Aeroclub 77

Mönchengladbach



Airlebnis Fliegen...

 
 

Einen ganz besonderen Flug erlebten 4 Piloten des Aeroclub 77 in der letzten Maiwoche 2000. Es war ein Flug, der sie von Mönchengladbach zuerst nach Landshut und von dort weiter in die Alpen führte.

Hans Wirtz und ich (Christian Müssemeyer) flogen in der RF5 (D-KEMP), Uwe Wirtz flog mit seinem Sohn Timo in einer Cessna 172. Der Flug führte von Mönchengladbach über Nörvenich entlang dem Rhein Richtung Koblenz, von dort entlang dem Rheingraben bis zum Binger Loch. Es ging westlich an Frankfurt vorbei, dann bogen wir links ab Richtung Odenwald. Danach flogen wie an der Donau entlang bis nach Landshut. Direkt an der Donau sind viele kleine Seen, eine Gegend die zum verweilen einläd. Das Wetter war ausgezeichnet mit teilweise langen Wolkenstraßen. Diese Wolkenstraßen mit den darunter befindlichen Aufwinden nutzten wir mit dem Motorsegel aus, um die Reisegeschwindigkeit des Motorseglers zu steigern. Obwohl die Cessna doppelt so viel PS hat und auch nur mit zwei Personen besetzt war, waren wir mit der RF-5 genau so schnell wie die Cessna.

Wir landeten gegen 18.45 Uhr in Landshut und wurden dort von Amand Klar, einem Vereinsmitglied, dessen Verwandte in der Nähe von Landshut wohnen, empfangen. Es gab einen gemütlichen bayerischen Abend mit bayerischem Bier und Essen.

Am nächsten Tag flogen wir zu viert in der Cessna in die Alpen. Nach dem Start in Landshut ging es über den Chiemsee. Dort tankten wir Höhe und flogen dann Richtung Inntal-Autobahn. Wir folgten der Inntal-Autobahn bis hinter Kufstein. Dort bogen wir links ab in das Enztal. Wir flogen über den Wolken, weil die Berge teilweise in die Wolken hineinragten. Dennoch war eine gute Navigation möglich, da die Wolkenlöcher groß genug waren, so dass wir Erdsicht hatten.

Wir folgten dem Enztal, flogen am Dachsteingebirge entlang bis nach Nieder-öblan. Nachdem wir mehrmals über Funk um Landeinformationen gebeten hatten, bekamen wir zur Antwort, wir sollten Richtung Westen landen, der Wind käme aus westlicher Richtung mit 20-30 Knoten.. Wir glaubten, dieses seien gute Landebedingungen, wurden dann jedoch eines Besseren belehrt.

Bei der Landung in Niederöblan gab es eine Überraschung. Uns war nicht bekannt, und wir wurden leider im Funk auch nicht darauf hingewiesen, dass direkt auf der Landebahn ein Rotor stand. Wir wurden durchgeschüttelt wie noch nie, die Cessna war kaum unter Kontrolle zu halten. Mit viel Glück kamen wir heil herunter. Dieser Rotor machte jedoch einen Wiederstart unmöglich! Um kein Risiko einzugehen, übernachteten wir schließlich in Niederöblan.

Am nächsten Tag starteten wir recht früh. Der Wind war ruhig, demnach gab es auch keinen Rotor. Nach dem Start folgten wir zunächst dem Enztal Richtung Osten, bogen dann nach links ab, überflogen die Alpen und die Isar und flogen zurück nach Landshut. Dort trafen wir auf Amand Klar der am Tag zuvor mit seiner flugbegeisterten Schwester mit der RF-5 durch den bayrischen Wald geflogen war

Wir tankten die Maschinen auf und planten anschließend einen Flug entlang der Alpen. Nach dem Star in Landshut mussten wir zunächst die Kontrollzone des Flughafens von München umfliegen. Danach flogen wir über München und guckten auf  die vielen Sehenswürdigkeiten in München. Danach folgten wir der Autobahn nach Garmisch Patenkirchen. Hier erfolgte der Einstieg in die Alpen. Wir nutzten mit der RF-5 geschickt die Hangaufwinde aus, um höher zu kommen, wir erreichten schließlich eine Höhe von 11.000 ft. Wir flogen immer über der zweiten Rippe Richtung Bodensee. Nach Passieren des Bodensees bogen wir nach rechts ab und flogen nach Donau-Eschingen, dort landeten wir.

Nach dem Auftanken ging es dann zurück nach Mönchengladbach. Dieser Flug entlang dem Schwarzwald und dem Rhein, an Speyer vorbei, über den Hunsrück, war wunderschön, so dass wir nach 2 ½ Stunden unseren Heimatflughafen Mönchengladbach wieder erreicht hatten.

Der gesamte Flug war auch deshalb so schön, weil wir hervorragendes Wetter hatten. Es gibt nur wenige Tage, an denen man so hervorragende Sicht-verhältnisse hat, wo man die gesamten Alpen überblicken kann. Wir hatten dieses Glück!

 

Christian Müssemeyer

 

 

Alpenflug 2000