Aeroclub 77

Mönchengladbach



Airlebnis Fliegen...

 
 

La Tour de France des CFI 2002


Allein der Begriff Tour de France weckt Erwartungen. Diese Erwartungen sind für die teilnehmenden Piloten voll und ganz erfüllt worden. Die Tour de France des CFI war ein großer Erfolg, alle teilnehmenden Piloten haben viel erlebt und gesehen und können ihren Erfahrungsschatz um eine Tour bereichern.

Michel Leblanc, der Präsident des CFI, hatte diese Tour geplant. Koordinator auf deutscher Seite war Christian Regenold (Christian 2). Es waren zeitweise 22 Flugzeuge mit 31 Teilnehmern aus Frankreich, Niederlande, Schweiz und Deutschland dabei.
Wir, das sind Gunter Hartleb und Christian Müssemeyer (Christian 1), flogen mit der G-109 (D-KEOI) von Mönchengladbach zum ersten Treffpunkt nach Lens, einer Stadt südwestlich von Lille.


Wir starteten gegen 12.30 Uhr (MEZ) und flogen direkt auf das VOR BUN zu, dieses liegt in dem Korridor, durch den man zwischen Brüssel und Antwerpen fliegen kann. Da der Korridor äußerst eng ist, war eine genaue Navigation notwendig. Dank VOR und GPS war dieses kein Problem.

Kurz nach dem Start in Mönchengladbach ging es Richtung Westen zu dem ehemaligen Militärflugplatz Elmpt. Dieser wurde bereits im letzten Jahr stillgelegt, die Kontrollzone existiert nicht mehr, so dass man hier problemlos fliegen kann. Direkt hinter dem Flugplatz Elmpt verläuft die Grenze nach Holland. Wir flogen etwa 10 Minuten durch Holland, um dann weiter durch Belgien zu fliegen. Da wir einen Flugplan aufgegeben hatten, meldeten wir uns zuerst bei einem holländischen Kontroller, um anschließend auf Brüssel-Information zu gehen. Es gab im Funk keinerlei Probleme.

Als wir Belgien erreicht hatten, kamen uns einige Regenwolken entgegen, so dass wir teilweise bis auf 500 ft heruntergehen mussten. Die Sicht war allerdings durchweg okay, so dass wir problemlos fliegen konnten, zumal alles flach ist und es keine Hindernisse gibt. Immer wenn eine Regenfront unterflogen war, wurde die Sicht wieder gut, so dass wir Hoffnung hatten, nach Durchfliegen der Regenfronten in gutes Wetter zu kommen. Diese Hoffnung erfüllte sich voll und ganz, denn in der Höhe von Brüssel wurde das Wetter besser. Hinter Brüssel bogen wir dann links ab und flogen auf den direkt an der Grenze zwischen Frankreich und Belgien liegenden Flugplatz Tournay-Maubrey. Nachdem Brüssel-Information sich nicht mehr gemeldet hat (wahrscheinlich Mittagessen) und im Funk nicht zu erreichen war, schalteten wir auf die Frequenz des Towers von Lille, um eine Durchfluggenehmigung durch die Kontrollzone von Lille zu erhalten. Dieses war problemlos möglich, wir konnten über den Kontroller gleich unseren Flugplan schließen lassen, da wir den Flugplatz von Lens recht bald sahen.

Wir landeten nach 1 Stunde 47 Minuten Flugzeit in Lens und trafen dort auf Doudou (Jean Pierre Douclet). Michel Leblanc, der Organisator der Tour, kam etwas später, er fuhr uns in die Stadt, wo wir in einem ganz in der Nähe des Flughafens befindlichen Einkaufszentrum (10 Minuten Fußmarsch) unseren Durst löschen konnten.

Patrick Faucheron hatte mit seiner Truppe größere Schwierigkeiten. Er musste sehr lange warten, bis er überhaupt starten konnte, da es in Speyer wie aus Kübeln schüttete. Sie hatten Schwierigkeiten, über den Pfälzer Wald zu kommen. Er kam dann kurz vor acht mit Erich Dobler (Taifun D-KMKA) und Walter Berner in seiner RF4 (D-KFST).

Aus Koblenz waren zwei Grobs (KOBL und KBYT) sowie eine TB-10 dabei. Michael Peters war von Oehna zuerst nach Koblenz und dann mit den Koblenzern zusammen nach Lens. geflogen. Michel Leblanc hatte für den Abend ein Essen im Hotel Lens organisiert, dieses war hervorragend, wie alle Essen in Frankreich.

Am nächsten Morgen (Sonntag, 01.09.2002) zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite. Nach dem Start flogen wir zunächst Richtung Abbeville, von dort nach Dieppe, nunmehr folgten wir der Küstenlinie Richtung Caen. Es war interessant zu sehen, wie hoch die Felsen sind, die steil zum Meer heruntergehen. Wir schätzten die Felsenhöhe auf ungefähr 30 - 60 Meter.Von Caen aus ging es weiter Richtung Granville. Wir flogen über die Landschaft der Bretagne, die nur sehr spärlich besiedelt ist, es ist überwiegend grün, die Feldränder werden meistens durch Baumreihen markiert. Für die Navigation gibt es wenig Anhaltspunkte, jedoch ist die Navigation dank GPS kein Problem mehr.

In Granville landete die gesamte Truppe. Gunter und ich sowie einige andere Hartgesottene nutzten die günstige Lage der Startbahn aus, sie reicht mehr oder weniger direkt bis ins Meer, um im Atlantik zu baden. Es war recht erfrischend, die Wassertemperatur lag bei 19,7°C. Nach dem Bad im Atlantik ging es dann weiter, und zwar zuerst Richtung Mont St. Michel. Leider konnten wir das Bauwerk nicht dicht umfliegen, da man eine Sperrzone drum herum eingerichtet hat. Der Mont St. Michel war trotzdem sehr schön aus der Luft zu sehen.

Wir folgten der Küstenlinie und kamen nach St. Malo, wo das Gezeitenkraftwerk sehr gut zu sehen war. Von hier aus ging es dann Richtung Quiberon auf dem Südteil der Halbinsel vor uns. Gunter und ich flogen jedoch nicht ganz bis Quiberon, sondern drehten vorher an einem großen See ab. Dieser See erinnerte an eine Schärenlandschaft, wie man sie sonst nur in Schweden vorfindet. Überall waren kleine Inselchen und Häuser mit Booten, auf dem See segelten viele Segelboote, es sah aus wie im Paradies.

Ursprünglich wollten wir in Vannes landen, allerdings war dieser Plan abgeändert worden, wir flogen zu einem Privatflugplatz nach Le Quilloux, der von Gilles Bertrand betrieben wird. Der Platz hat eine 800 m lange und 40 m breite Grasbahn. Gilles Bertrand hatte extra die gesamte Bahn gemäht, so dass das Gras sehr kurz und der Untergrund sehr hart war, wir hatten keine Probleme, am nächsten Tag heraus zu starten. Als Lande-T hatte Gilles Bertrand seinen roten Traktor neben die Bahn gestellt. Auf der Frequenz 123,45 bekamen wir Kontakt. So kann man auch mit einfachsten Mitteln sicher einen Flugplatz betreiben.

Dieser Flugplatz ist eine Idylle für sich. Er liegt mitten in der Pampa, hier war nur der Flugplatz mit dem ehemaligen Bauernhof und eine Herde Jungbullen. Nachdem Gunter und ich als erste gelandet waren, wurden wir von Gilles Bertrand, der hier die Funktion des Flugleiters, des Bodeneinweisers und Organisators übernommen hatte, gleich zu unserem Abstellplatz dirigiert. Es war sogar eine provisorische Flugleitung eingerichtet worden mit einem schwarzen C für Luftaufsicht, wo wir unsere Luftfahrerscheine kopieren lassen mussten. Gilles Bertrand teilte uns mit, ihm sei die Auflage erteilt worden, dass er dieses der Präfektur melden müsse. Was dieser Quatsch sollte, konnte keiner verstehen.


Direkt neben der Landebahn war eine Herde Jungbullen, die sich mächtig darüber freuten, dass ihr sonst so eintöniger Alltag durch die Landung der vielen Motorsegler aufgelockert wurde. Jedes Mal, wenn ein Flugzeug kam, liefen sie mit und muhten freudig herum. Als Patrick Faucheron mit der D-KOPF kam, erkannten sie sofort den Leader, muhten besonders laut und sprangen besonders wild herum.

Nachdem der erste Durst gelöscht worden war, gab es abends ein typisch bretonisches Essen mit Grillwürstchen, die in Crepes eingewickelt und dann gegessen wurden. Dazu wurde Cidre (ein Apfelgetränk) serviert. Gegessen wurde in dem ehemaligen Bauernhaus, welches schon sehr alt, jedoch gut hergerichtet war. Es war ein idyllischer Abend! Fasziniert hat mich insbesondere die totale Ruhe, die hier herrschte, man hörte mehr oder weniger überhaupt nichts.

Am nächsten Morgen (Montag, 02.09.2002) starteten wir so gegen 11.00 Uhr (MEZ) und flogen nach La Baule, einem der CFI-Treffpunkte. Von La Baule ging es dann immer an der Küste entlang vorbei an den Inseln Ille d'Noirmoutier und der Ille d'Yeu, die wir noch im letzten Jahr mit dem CFI besucht hatten. Es folgten so schöne Orte wie Les Sables, wo man viele neue Hotels gebaut hat, von Les Sables flogen wir im Direktkurs auf die Ille de Re. Hier führte der Kurs zwar direkt über Wasser, da das Wetter jedoch ausgesprochen gut war, und wir auch sonst keine Probleme mit dem Motorsegler befürchten mussten, entschieden wir uns für den direkten Weg. Nach der Ille de Re ging es weiter zur Ille d'Oleran, diese hat an der Westseite einen unwahrscheinlich langen Strand (La Grand Plage). Wer hier Urlaub macht, kann einen Quadratkilometer Strand für sich alleine haben!

Von der Ille d'Oleran, die mit einer großen Brücke mit dem Festland verbunden ist, ging es dann weiter über das breite Delta der Gironde zum Flugplatz Soulac sur Mer. Links von uns befand sich das berühmte Weinanbaugebiet des Medoc mit seinen vielen Chateaus. Rechts von uns lagen die beiden Südwasserseen, des Lac Carcans. Unser Kurs ging direkt auf den Flugplatz Andernois les Bains, hier setzten wir den Blinker links und flogen direkt nach Bordeaux Leognan Saucats. Dieses ist ein riesiger Flugplatz mit einer 800 m langen Bahn. Hier konnten wir tanken und unsere Zelte hinter der Halle aufbauen. Wir wurden sofort von einigen Clubmitgliedern sehr nett bedient, so dass wir auch hier die Möglichkeit hatten, unseren Durst zu löschen. In Bordeaux kamen noch einige Spätkommer, wie Jochen Otte, Peter Bölze, Erwin und Eva Müller, Jean Louis Brodard aus der Schweiz und Pierre Burret hinzu. Wir waren jetzt mit insgesamt 21 Flugzeugen und 31 Personen unterwegs.

Für den Abend hatte Michel Leblanc einen Bus organisiert, der uns zu einem Weinbetrieb fuhr. Dort wurde uns erklärt, wie der Wein hergestellt wird und was alles beachtet werden muss, um guten Wein zu produzieren. Natürlich probierten wir den Wein, denn probieren geht über studieren. Nach der Besichtigung des Weinbetriebes ging es zum Restaurant, wo wir als Vorspeise eine Spezialität der Region zu essen bekamen. Es handelte sich um Entenvormagen, der uns als Salat Gesiers de Canard serviert wurde. Keiner wusste so genau, was wir da aßen, aber es schmeckte sehr gut.

Am nächsten Morgen (Dienstag, 03.09.2002) nutzten Gunter und ich die Nähe zum Meer und flogen nach Arcachon, um dort zu baden. Arcachon ist eine wunderschöne Stadt, deren Besichtigung lohnt. Nachdem wir uns "satt gebadet" hatten, flogen wir direkt nach Cassagnes, was wir nach 1 Stunde 46 Minuten erreichten. Die Gegend unterschied sich sehr von der, die wir bisher überflogen hatten. Hier gab es riesige Wälder, die überflogen werden mussten.

In Cassagnes haben wir in einem Ort namens Salmiech im Restaurat du Ceor sehr fürstlich gegessen. Das Restaurant wird in der 5. Generation einer Familie betrieben, man gab sich sehr viel Mühe zu einem akzeptablen Preis (€ 20). Der Hin- und Rücktransport wurde teilweise vom Restaurant, teilweise aber auch von Mitgliedern des Flugplatzes vorgenommen, die ausgesprochen hilfsbereit waren und teilweise mehrfach fuhren. Es lief alles reibungslos.

Am nächsten Tag (Mittwoch, 04.09.2002) war das Wetter zuerst schlecht, es war jedoch vorhersehbar, dass es nachmittags besser werden würde. Da es morgens nicht fliegbar war, fuhren wir nochmals in die Stadt, wo wir wieder ein schönes Essen hatten (5 Gänge für € 11). Wir starteten dann gegen 15.00 Uhr (MEZ) und flogen mit drei weiteren Maschinen (Eddy Dries, Christian 2, Günther Tielebörger) zuerst Richtung Südwesten nach Albi, dann nach Süden nach Reval, dann über den Ort Carcassone, und von dort aus weiter an die Küste. Wir durchflogen die Kontrollzonen von Diziers und Montpelliers. Hierbei ist der Pflichtmeldepunkt SW genau über dem schönen Ort Saint Michel de la Mer. Patrick Faucheron war mit fünf Maschinen schon vor uns abgeflogen. Wir überquerten den Flugplatz von Montpeliers in der Bahnmitte gerade als ein Airbus der Air France landete. Danach ging es über die Carmarc, hier sahen wir riesige grüne Sumpfgebiete, in denen Flamingos nach Futter pickten und die berühmten, teilweise wilden, weißen Pferde der Carmarc.

Wir umflogen ein riesiges Sperrgebiet und kamen zu unserem Zielflugplatz Salon Eyguières an. Dabei kam es zu einer Konfusion im Funk, weil auf der Jeppsen-Karte von mir eine falsche Towerfrequenz angegeben war, es war die Towerfrequenz des Militärflugplatzes. Ich redete mit der Kontrollerin, wir wurden uns jedoch nicht einig. Sie gab mir auch nicht die richtige Frequenz. Als ich sagte, ich werde auf dem Flugplatz landen, meinte sie, ich dürfe dort nicht landen. Ich bestand auf einer Landung, weil es ein offizieller CFI-Flug war. Die Kontrollerin sagte nur, sie wisse nichts von einem offiziellen CFI Flug. Ich fand dann allerdings heraus, dass die Turmtussi offensichtlich meinte, ich wolle auf dem Militär-flugplatz landen, was nicht der Fall war. Ich versuchte, die Frequenz des richtigen Flugplatzes von Salon Eyguieres zu finden, was mir nicht gelang. Die richtige Frequenz war im Anflugblatt als air to air Frequenz genannt, kein Schwein konnte ahnen, dass es sich um die Bodenfrequenz dieses Flugplatzes handelte.

Nachdem alle Maschinen gelandet waren, wurden wir von einem Campingplatz-Besitzer und mehreren Privatfahrzeugen des Flugplatzes zum ca. 4 km entfernten Campingplatz gebracht. Wir haben dann abends auf dem Campingplatz zusammen gegessen. Der Campingplatzchef war allerdings ein "schwieriger Typ", der partout nicht mit sich handeln ließ, um den Wucherpreis für sein Bier (€ 2,60 für 0,2 l) auf einen angemessenen Preis zu reduzieren. Wir haben daraufhin aus Protest weniger getrunken als sonst.


Der nächste Tag (Donnerstag, 05.09.2002) war als freier Tag geplant. Dies erwies sich als sehr günstig, denn an diesem Tag regnete es ohnehin so stark, dass Fliegen unmöglich gewesen wäre, außerdem wehte ein sehr starker Wind. Wir fuhren mit einem Bus zuerst nach Beaux. Dieses ist eine Stadt bzw. eine Festung, die auf einem Felsen liegt und den Grimaldis aus Monaco gehört. Da man in dieser Gegend Bauxit gefunden hatte, wurde dieser Stoff nach dem Ort Beaux benannt. Bei der Besichtigung von Beaux regnete es teilweise so stark, dass wir fluchtartig in einer Kneipe Schutz vor dem Regen suchen mussten. (Manchmal mag man den Regen!)

Von Beaux aus ging es dann nach Arles und weiter nach Saint Marie de la Mer. Hier legten wir einen Stop ein und konnten die Stadt besichtigen und etwas essen. Anschließend fuhren wir nach Arles, einer wunderschönen, noch von den Römern gegründeten Stadt, wo wir den Nachmittag verbrachten, um dann abends im Cafe Vincent van Gogh zu essen. Wir nutzten die Zeit zu einem Rundgang durch Arles und besichtigten die noch von den Römern erbaute Arena sowie die Altstadt.

Am nächsten Tag (Freitag, 06.09.2002) sollte es dann ins Gebirge gehen. Wir mussten jedoch zum Auftanken zuerst zum nächsten Flugplatz nach Carpentras fliegen, weil auf dem Flugplatz in Salon ein Blitz eingeschlagen hatte und die Tankanlage nicht mehr funktionierte.
Nach dem Auftanken in Carpentras flogen wir zuerst Richtung Vinon. Von dort aus ging es über den Lac de Saint-Croix weiter zum Grand Canyon. Man höre und staune - es gibt auch in Frankreich einen Grand Canyon. Der Grand Canyon in Frankreich ist natürlich nicht so groß wie dedr in Amerika, jedoch sehr schön. Das Wasser hat sich regelrecht durch die Felsen gefressen, die zerklüfteten Felsspitzen ragen in die Höhe. Einen besseren Ausblick, als wir es vom Flugzeug aus hatten, kann man einfach nicht haben. Mir war jedoch etwas mulmig, wenn ich daran dachte, wo ich landen sollte, wenn der Motor ausfiele, denn es gab mehr oder weniger keine Landemöglichkeit.

Wir folgten dem Fluss und einem weiteren See bis nach St. Andre les Alpes, dort bogen wir nach links ab und folgten der Straße und der Eisenbahn zum VOR von Dignie (DGN).Von dort aus ging es weiter zu dem berühmten Segelflugzentrum St. Auban. Wir folgten der Durance und überflogen Sisteron bis nach Gap Tallard. Dort bogen wir nach rechts ab und folgten der Durance, die dort in den Lac de Serre Poncon mündet. Wir folgten dem rechten Arm folgen, um dann in das recht schmale Tal einzufliegen, dass uns direkt nach Barcelonette führte. Wir mussten eine Platzhöhe von mindestens 5.000 ft einhalten, da der Platz selbst schon über 3.700 ft hoch liegt. Die Landung in Barcelonette war kein Problem. Abends gab es leckere Paelea.

Für den nächsten Tag (Samstag, 07.09.2002) hatten Gunter und ich geplant, zuerst zum Mont Blanc und von dort aus weiter nach Lapalisse zu fliegen. Wir hatten alles gut vorbereitet und starteten gegen 11.30 Uhr (MEZ) und flogen wieder aus dem engen Tal von Barcelonette heraus zum dem See Lac de Serre Poncon. Dort mussten wir rechts abbiegen und dem anderen Arm dieses Sees folgen, wir flogen in das Tal über den Flugplatz von St. Crepin. Wir konnten hier jedoch schon sehen, dass es mit unserem Mont Blanc-Flug nichts werden würde, weil die Gipfel der Berge in den Wolken waren. Wir schauten uns noch etwas die Berge an, holten uns Höhe im Hangflug und flogen dann wieder zurück Richtung Gape Tallard. Von dort aus ging es weiter an vielen hohen Bergen, die Gunter alle aus seinen Segelflügen her kannte, Richtung Aspres au Buech. Von dort ging es weiter nach Valence Richtung St. Etienne. Wir hatten unsere kostbare Höhe natürlich nicht aufgegeben und flogen etwa in 6.500 ft, d.h. wir flogen meistens über den Wolken, die jedoch nicht sehr zahlreich waren.


Kurz vor der Kontrollzone von St. Etienne wurden die Wolken zahlreicher und höher, so dass wir uns entschlossen, unter die Wolken zu gehen. Dies war jedoch ein Fehler, denn wir stellten sehr schnell fest, dass wir den direkten Kurs nicht fliegen konnten, weil die Wolken teilweise sehr tief hingen und auf den Bergen auflagen. Wir mussten kleinere Umwege fliegen, um dann direkt in die Kontrollzone von St. Etienne einzufliegen. Die Freigabe erfolgte prompt, wir durchflogen dann die Kontrollzone immer entlang der Autobahn. Hier besserte sich das Wetter merklich.

Anschließend ging es in die Auvergne. Hier ist es nur noch grün, man sieht nur grüne Wiesen mit munteren weißen, nicht "grünen" Kühen. Es war von hier aus nicht mehr weit bis nach Lapalisse, wo wir dann landeten. In Lapalisse trafen wir wieder auf alle Freunde des CFI, unter anderem auch auf René Furnier. Abends bekamen wir einen Diavortrag von Gerhard Moss, einem Weltumseglers, der mit einer Ximango um die Welt gesegelt war. Anschließend gab es ein vom Club organisiertes Essen mit anschließendem Abtrinken.

Am nächsten Tag (Sonntag, 08.09.02) flogen Gunter und in 3 Stunden die 600 km lange Strecke direkt zurück nach Mönchengladbach. Ein kräftiger Rückenwind von ca. 30 km/h schob uns nach Hause. Insgesamt sind wir in dieser einen Woche ca. 3.300 km und 20 h geflogen. Dieser von Michel Leblanc organisierte Flug war in meinen Augen ein außerordentlich großer Erfolg. Wir hatten nur gutes Wetter, die Organisation war sehr gut, es klappte einfach alles! Wir haben sehr viel gesehen, mit dem Auto hätte man sicherlich für diese Route einige Wochen gebraucht. Ich fand es auch toll, mit vielen Piloten aus den anderen Ländern - vor allem aus Frankreich- zusammen zu sein, etwas Kultur mitzunehmen - das Vivre la France- zu genießen.

Wer solch eine Tour mitgemacht hat, ist vom CIF-Bazillus infiziert und es besteht die Gefahr, dass er immer wieder so große Touren fliegen möchte. So geht es jedenfalls mir!

Christian Müssemeyer


 

Frankreich CFI 2002