Aeroclub 77

Mönchengladbach



Airlebnis Fliegen...

 
 

CFI-Treffen in Gap 2007

20 Jahre CFI


Der Club Fournier International (CFI) wurde vor 20 Jahren, nämlich 1987, gegründet. Aus diesem Grunde feierte der CFI in den französischen Alpen, in Gap, sein zwanzigjähriges Bestehen. Gap wurde gewählt, weil René Fournier hier Anfang der sechziger Jahre mit dem Flugzeugbau begonnen hatte.


An diesem Treffen nahmen Piloten und Freunde des CFI aus mehr als 12 Ländern teil. Vom Aeroclub 77 aus Mönchengladbach waren Christian und Ingrid Müssemeyer sowie Miguel Rubia dabei. Aus dem Attendorner Verein waren Frank Jakob und Rolf Hausmann dabei, die mit der Musquetaire, D-EMGA, einem französischen Viersitzer flogen. Hier der Bericht von Christian Müssemeyer.


Der Präsident des CFI, Michel Leblanc und Jean Michel Daubagna hatten das Fest für die Zwanzigjahrfeier schon lange vorbereitet. Frühzeitig waren alle CFI-Mitglieder eingeladen und das Programm vorgestellt worden. Viele bedeutende Piloten kamen, u.a. Mira Slovak, der 1969 mit einer RF-4 von der Dahlemer Binz bis nach Kalifornien geflogen war. Die Astronauten Michel Tognini aus Frankreich sowie Ulf Meerbold aus Deutschland hielten einen interessanten Vortrag über die Weltraumfahrt.


Ich hatte mich am Freitag (25.05.2007) schon recht frühzeitig um das Wetter gekümmert. Der deutsche Wetterdienst hatte seit Tagen davor gewarnt, es werde Unwetter mit Gewitter, Hagel und starken Böen geben. Da wir eine lange Flugstrecke zurückzulegen hatten, wollten wir sicherstellen, dass dieser Flug vom Wetter her überhaupt möglich war. Die Wettervorhersage am Freitagmorgen war nicht so schlecht: Es wurde überall gute Sicht und auch keine Störung vorhergesagt, damit war für uns klar, dass wir fliegen würden. Leider hatte Henk Dumont, der fliegende Holländer, sich so sehr von den schlechten Wettervorhersagen beeindrucken lassen, dass er nicht mitflog. Schade, er hätte gut dazu gepasst.


Wir starteten in der Katana, D-EZIC, einem zweisitzigen Kunststoff-Schulflugzeug des Aeroclub 77 in einer Formation mit der Musquetaire, D-EMGA, und verließen die Kontrollzone von Mönchengladbach am Autobahnkreuz der A 61 mit der A 52, dem Pflichtmeldepunkt Whisky.

Die Sicht war am Anfang nicht berauschend, wir konnten wegen des Dunstes nur 1.000 ft, hoch fliegen und flogen schnurstracks Richtung Nörvenich. Der Kontroller von Nörvenich sagte uns, es sei gerade ein Gewitter in Nörvenich heruntergegangen. Dieses umflogen wir westlich und konnten durch die Kontrollzone fliegen, nachdem ein Tornado der Bundeswehr dort gelandet war.


Nach Nörvenich besserte sich die Sicht allmählich als wir Koblenz erreichten, wurde die Sicht richtig gut. Wir konnten jetzt auf ca.4.000 ft Höhe steigen und hatten eine Sicht von 20 bis 30 km. Links von uns floss der Rhein, rechts von uns war die Autobahn A 61, ein Verfransen war somit unmöglich. Unser direkter Kurs führte uns nach Bad Dürkheim, von dort über Karlsruhe und Straßburg vorbei zum Kaiserstuhl, einer Weingegend nordwestlich von Freiburg. Wir landeten nach 2 h 30 Flugzeit in Bremgarten, einem ehemaligen Militärflugplatz, der nunmehr zivil genutzt wird.


Hier tankten wir auf, aßen zu Mittag und trafen auf Victor Schwarz, der mit seiner RF-5, D-KOKO, aus Bad Pyrmont direkt nach Bremgarten geflogen war. Ich gab für alle drei Flugzeuge einen Sammelflugplan für Frankreich auf. Wir starteten um 15.25 Uhr in Bremgarten und überflogen bereits nach drei Minuten den Rhein und damit die Grenze nach Frankreich.


Unser erstes Ziel war Pontarlier, ein Flugplatz im französischen Jura. Auf diesem Flugplatz war Patrick Faucheron mit einer Gruppe von 13 Motorseglern gelandet, um hier aufzutanken. Patrick war mit dieser Gruppe von Schweighofen losgeflogen und war uns einige Stunden voraus. Wir durften am Anfang nicht höher als 1.000 ft über Grund fliegen. Dieses hat den Vorteil, dass man alles sehr genau sehen kann. Wir überflogen viele kleinere Wälder und Wiesen, auf denen vereinzelt die lachenden Kühe waren, aus deren Milch der Käse „La vache qui rier“ hergestellt wird.


Unser Kurs führte über Champagnole Crotenay, von dort weiter nach Oyonnax Arbet, Bellgarde. Wir folgten der Autobahn, die über das französische bzw. Schweizer Jura verläuft und sahen die Rhone, die sich Richtung Süden schlängelt.


Als nächsten Wegpunkt hatten wir den Flugplatz von Grenoble eingegeben. Die Berge vor und neben uns wurden immer höher, wir stiegen auf 9.000 ft und überflogen das Massiv de Chartreuse. Die Sicht war nicht berauschend, sie reichte zwar aus, um sicher zu fliegen, jedoch hätten wir uns für einen Flug über diese hohen Berge besseres Wetter gewünscht. Ich habe schon Sichten erlebt, wo man die gesamten Alpen von Ost bis West sehen konnte und dieses ist so ein faszinierender Anblick, den man ihn sich immer wieder herbeiwünscht.


Wir folgten von Grenoble der Route Napoleon. Diese Route hatte Napoleon (zu Fuß natürlich) eingeschlagen als er von Elba kommend Richtung Paris zog, um dort wieder die Macht an sich zu reißen. An der linken Seite von uns lag der Ort La Mure, ein kleines Bergdorf, das auf einem Hochplateau liegt. Wir flogen am Mont de Ferrand vorbei, einem Berg, der 8.417 ft hoch ist. Hier mussten wir unsere Höhe reduzieren, um in Gap, welches nur 2.000 ft hoch liegt, landen zu können. Nachdem wir den Pic de Bure umflogen hatten, kam Gap in Sicht. Wir flogen über Gap hinweg und landeten, ohne dass ein Flugleiter uns über Funk die Landerichtung ansagte. Durch die vielen Frankreichflüge sind wir inzwischen so verdorben, dass wir einfach ohne Flugleiter landen. Und das funktioniert recht gut, nur in Deutschland ist man noch nicht so weit.


Patrick Faucheron und die anderen CFI Piloten hatten ihre Flugzeuge bereits am Rande der Rollwege abgestellt und festgebunden. Wir trafen Michel Leblanc und Jean Michel Daubagna, die das Treffen organisiert hatten und meldeten uns an. Für die folgenden 4 Tage zahlten wir zahlten für vier Essen insgesamt € 80,00, ein sehr guter Preis, für die tollen Büffets, die man jeden Abend aufgebaut hatte. Bei der Anmeldung erhielten wir als Geschenk eine CFI - Tasche mit einem Buch, mit herrlichen Fotografien über den Segelflug in den französischen Alpen.


Das Abendessen begann um 19.00 Uhr. Wir trafen uns in der Halle, in der René Fournier Anfang der sechziger Jahre mit dem Bau seiner Motorsegler begonnen hatte. Hier waren Tische und Stühle sowie ein großes Büffet aufgestellt worden. An einer Bar gab
es alles, was schmeckt, also Bier, Wasser, Wein, Champagner und das zum Einkaufspreis.


Michel Leblanc, der Präsident des CFI, begrüßte uns und stellte das Programm vor. Es wurde an jedem Abend um 19.00 Uhr gegessen und ab 21.00 Uhr gab es Vorträge der geladenen Piloten bzw. der Astronauten.


Wie in Frankreich üblich, wird das Essen eingeplant. Die Qualität des Essens überzeugt in Frankreich jedes Mal. Wir zahlten für das Büffet € 20,00 für eine Flasche Wein zahlten wir € 7,00. Für die Qualität, die hier geboten wurde, waren dieses sehr günstige Preise. Bei uns zahlt man schon im Einkauf soviel.


Das Wetter hatte sich am nächsten Tag, dem Pfingstsamstag, verschlechtert. Man konnte zwar fliegen, aber der große Anreiz, einen Flug über das Gebirge zu machen, war nicht vorhanden, weil die Wolken tief und die Berge teilweise in den Wolken eingehüllt waren.


Wir hatten auch genug zu tun, um die Freunde, die aus verschiedenen Ländern gekommen waren, wieder zu begrüßen und zu erzählen. Es waren Piloten aus mehr als 14 Ländern da. Die stärkste Fraktion wurde von den Franzosen gestellt, gefolgt von Deutschland, die immerhin mit 17 Flugzeugen kamen und mit ca. 40 Personen. Die Italiener waren ebenfalls stark vertreten, mit Paolo Campellini und anderen Piloten, die wir von den CFI-Flügen kannten, Dieses Mal waren auch sehr viele Piloten aus Großbritannien dabei, die erst seit dem letzten Jahr wieder regelmäßig Kontakt zu dem europäischen Festland halten. Es kamen sogar Piloten aus Australien, den USA und Finnland.


Am Abend des zweiten Tages hielt René Fournier einen Vortrag und erzählte, wie er mit dem Flugzeugbau angefangen und welche Schwierigkeit
en er zu bewältigen hatte. Dieser Vortrag wurde von seinem Sohn ins Englische übersetzt, so dass mehr oder weniger alle Piloten diesen Vortrag verstehen konnten.


René Fournier, inzwischen 88 Jahre alt und immer noch fit, hielt seinen Vortrag in der ihm eigentümlichen, gewitzten Art. Dieser Vortrag war für die Franzosen natürlich leichter verständlich als für uns Deutsche, die diverse Schwierigkeiten hatten, alles zu verstehen.


Für den Pfingstsonntag war eine Busreise organisiert worden. Der Bus fuhr bereits um 9.00 Uhr ab und war mit 55 Personen voll besetzt. Wir fuhren zuerst zum Staudamm des Lac du Serre Poncan. Mit einer riesigen Staumauer werden hier zwei Seen gestaut, die zum einen für die Stromerzeugung und zum anderen auch als Trinkwasserreservoir dienen. Anschließend unternehmen wir einen Bootsausflug, bei dem Dr. Rolf Spänig sein Kapitänspatent auf hoher See erwerben konnte. Er schaffte es, das Schiff immer in gleicher Höhe zu halten, was den Respekt der gesamten Crew und der Passagiere hervorrief. Aufgrund dieser hervorragenden Leistung wurde ihm das Patent auf hoher See (der See liegt immerhin 720 m hoch) verliehen. Er darf nun mit seinem SEP( ship engine powered) auf jedem See fahren, der mindestens 720 m über NN liegt.


Nach einem guten Essen in einem Restaurant fuhren wir zu einem Schloss, welches von einem Ehepaar, einem Franzosen und einer Amerikanerin in Eigenarbeit restauriert worden war. Uns wurde zuerst ein Film gezeigt, in dem der Zustand des Schlosses vor der Renovierung und nach der Renovierung gezeigt wurde. Man muss schon etwas verrückt sein, solch ein Projekt überhaupt anzufangen. Wenn man allerdings erst einmal angefangen hat, lässt sich so etwas auch nicht mehr stoppen. Alle Arbeiten wurden aus eigenen Mitteln finanziert, was nicht ganz einfach gewesen sein dürfte.


Es wurden viele Freunde, auch amerikanische, mit in die Arbeiten eingespannt, die alle halfen. Das Schloss ist nunmehr sehr schön renoviert, man kann dort übernachten. Es hat insgesamt neun Zimmer, die zwischen € 130,-- und € 180,-- angeboten werden.


Wir fuhren anschließend zurück, es regnete sehr stark und wir entschlossen uns, nicht mehr im Zelt zu übernachten, sondern in dem direkt hinter dem Flugplatz liegenden Residenz-Hotel. Es war die richtige Entscheidung, denn in der nächsten Nacht wurde es so schweinekalt, dass alle, die im Zelt geblieben waren, erheblich durchgefroren waren. In den Bergen hatte es geschneit.


Für den Montag war vom CFI nichts organisiert worden. Die Crew aus Mönchengladbach und Attendorn entschloss sich deshalb, nach Gap zu fahren. Der CFI hatte zwei Kleinbusse besorgt, mit denen solche Fahrten durchgeführt werden konnten. Eric des Gayets schlug vor, zuerst etwas zu Mittag zu essen. Er fuhr uns in ein kleines Restaurant, welches wir selbst nie gefunden hätten. Dieses Restaurant war in einem alten Bauernhof, hier gab es ein Einheitsmenu, zuerst Salat, dann ein Rumpsteak, anschließend ein Dessert. Wir tranken guten französischen Wein dazu und zahlten pro Menü insgesamt nur € 20,00. Es war ein tolles Essen zu einem Superpreis.


Anschließend besichtigten wir Gap, eine alte Stadt, in der auch Napoleon schon war. Die französischen Städte sprühen einen besonderen Charme aus, es macht einfach Spaß, dort umherzugehen bzw. das Treiben zu beobachten In einer kleinen Bar tranken wir Kaffee und wurden dann gegen 18.00 Uhr von Eric wieder abgeholt.


Bereits am Sonntagabend waren die beiden Astronauten Michel Tognini (Frankreich) und Ulf Meerbold (Deutschland) mit einer Piper Seneca aus Köln-Bonn kommend in Gap angekommen. Ulf Meerbold hatte einmal als Segelflieger angefangen, er betreibt immer noch den Segelflugsport, er ist in der Gegend von Gap mehr als 1.000 Stunden geflogen. Ich fragte Ulf Meerbold, ob er Informationen darüber habe, wie am nächsten Tag das Wetter werde. Er sagte uns, ein Rückflug am Dienstag nach Deutschland werde wohl möglich sein, da wir auf der Rückseite einer Front fliegen, wo allgemein gutes Wetter ist. Genau so war es dann auch.


Ulf Meerbold und Michel Tognini gaben uns einen Einblick in die Weltraumfahrt. Beide Astronauten waren sowohl mit dem amerikanischen Space Shuttle als auch mit der russischen Sojus geflogen. Beide konnten deshalb Angaben darüber machen, wie es im Space Shuttle als auch in der Sojus und der von den Russen betriebenen Weltraumstation Mir ist. Ulf Meerbold lobte die solide und einfache Technik der Russen. Wir sahen einen interessanten Film, in dem einerseits die Arbeiten in der Mir als auch in der Weltraumstation ISA dargestellt wurden. Nach diesem Film konnten wir auch persönliche Fragen an die Astronauten richten. Ich fand es toll, dass wir einmal die Gelegenheit hatten, mit solchen Spezialisten zu sprechen. Ich hatte auch den Eindruck, dass sich beide Astronauten unter den vielen Piloten sehr wohl fühlten.


Wir hatten von Anfang an geplant, am Dienstag nach Pfingsten zurückzufliegen. Die Sichtflugbedingungen waren hervorragend, wir hatten allerdings sehr starken Wind, Mistral, mit 40 bis 50 kts. Ich versuchte, Wetterinformationen zu bekommen. Von einem deutschen Segelflieger, Wolfgang Herzog, der in Gap mehr als 2.000 Stunden geflogen ist, bekam ich die besten Informationen. Er schlug als einfachsten und sichersten Weg vor, nach Sisteron und dann entlang des Montagne de Lure und dem Mont Ventoux bis ins Rhonetal zu fliegen. An einer Reliefkarte zeigte er mir den genauen Weg.


Nach dem Start in Gap flogen wir nach rechts an den Haushang, an dem wir schnell 5.000 ft Höhe erreichten. Es herrschte Nordwind mit ca. 30 bis 50 kts, so dass wir schell in Sisteron und dann am Montagne de Lure waren. Mit der nötigen Vorsicht flogen wir an die Hangkante des Montagne de Lure und erlebten für die nächsten 60 km einen recht spannenden Flug. Turbulenzen gab es immer dort, wo die glatte Hangkante durch Einschnitte unterbrochen war. Ich versuchte immer nur, die kleine Katana, in der normalen Flugposition zu halten. Dabei hatte ich den Steuerknüppel so fest umklammert, dass ich fast das Gefühl hatte, ich erwürge den Knüppel. Ich flog mit höchster Konzentration an der Hangkante entlang, wobei ich bei 100 kts das Gas auf Leerlauf zurücknehmen musste, um nicht in die Wolken zu kommen. Die Turbulenzen waren zwar unangenehm aber längst nicht so stark, wie in einem Rotor. Christian Zok, der mit seiner RF-4 von Gap aus quer über die Berge geflogen war, erzählte mir am nächsten Tag er sei in solche Rotore gekommen und hätte dort wahnsinnige Turbulenzen erlebt. Da er Kunstflieger sei, habe er dieses als Herausforderung angesehen.


Als wir das Ende des Montagne de Lure erreicht hatten, mussten wir zum Mont Ventoux, dem höchsten Berg in der Gegend, wechseln. Mir war schon etwas mulmig, als ich das Gelände unter mir ansah. Ein Außenlandefeld konnte man nirgendwo finden. Glücklicherweise ging alles gut, wir ereichten den Mont Ventoux und flogen dann in das Rhonetal. Dort hatten wir vom Mistral starken Gegenwind erwartet, man hatte uns Windgeschwindigkeiten zwischen 30 kts und 50 kts vorhergesagt. Glücklicherweise waren es dann nur ca. 10 kts. Wir flogen in einer Höhe von 4.000 ft immer an der Rhone entlang. Die Sicht war hervorragend, wir waren auf der Rückseite einer Front, und flogen im Rückseitenwetter. Die Landschaft unter uns war geprägt von kleinen Wiesen und Feldern und Weinbergen, die durch Baumreihen und kleinere Wälder getrennt wurden. Rechts vor uns lag Lyon, hier mussten wir einen kleinen Umweg nach Westen fliegen, um die Kontrollzone bzw. den Nahverkehrsbereich zu meiden.


Frank Jakob, der in seiner Musquetaire, D-EMGA, zusammen mit Miguel Rubia, Rolf Hausmann und Manfred Amberger flog, folgte uns. Miguel war für die Flugvorberei-tung und den Funksprechverkehr verantwortlich.


Nach zwei Stunden Flugzeit landeten wir in Macon, einer Stadt im Burgund. Ich hatte den Flug mit drei Stunden geplant, weil ich aufgrund des vorhergesagten, starken Nordwindes von 40 kts nur von einer Grundgeschwindigkeit von etwa 50 kts ausging. Da dieser Wind jedoch weit weniger stark war, landeten wir bereits nach zwei Stunden.


Am Morgen bevor wir losflogen, hatte Ich, in Macon angerufen, um nachzufragen, ob wir dort tanken könnten. Dieses kann in Frankreich zu einem Problem werden, denn mir ist es schon passiert, dass Flugplätze keinen Sprit hatten oder keinen Sprit abgeben wollten. Wir konnten jedoch tanken und wollten eigentlich etwas essen. Es gab am Platz jedoch kein Restaurant und der freundliche Flugleiter, der beim Tanken half, wollte uns Pizzen bestellen. Glücklicherweise hatte das Restaurant, bei dem er diese Pizzen bestellen wollte, zu, so dass wir keine Zeit mit dem Essen verloren.


Wegen des Weiterflugs rief ich beim deutschen Wetterdient an und erkundigte mich nach dem Wetter. Auch dieser Wetterbericht war falsch. Über den Ardennen lägen die Wolken teilweise auf und es gäbe starke Schauer, so sagte man uns.


Wir vertrauten dieser Aussage nicht und suchten das Meteo-Office am Flugplatz auf. Hier konnte ich anhand des Satellitenfilmes deutlich sehen, dass die kalte Luft (blau) die warme Luft (rot) von West Richtung Ost verdrängte. Da für Mönchengladbach ab 18.00 Uhr gute Sichtbedingungen vorhergesagt waren, entschieden wir uns, nach Mönchengladbach zu fliegen. Nach dem Start in Marcon überflogen wir einige Städte im Burgund, u.a. Chalon sur Saone und Dijon. Vor dem Flugplatz St. Dizier ließen wir uns eine Durchfluggenehmigung durch die Restricted Area 27a geben, dieses war überhaupt kein Problem. Hinter Montmedy kamen die Ardennen, die wir problemlos überflogen, weil die Wolken viel höher waren als uns vom DWD vorhergesagt worden war. Unser Kurs führte uns nach Spa und von dort direkt nach Mönchengladbach.


Als wir in Mönchengladbach gelandet waren und bereits in der Halle standen, kam auf einmal ein Polizeiwagen vor unsere Halle gefahren, ein Polizist kam mit großen Schritten direkt auf uns zu. Dies ist ungewöhnlich und ist mir in all den Jahren, in denen ich fliege, noch nie passiert. Mir schoss gleich in den Kopf, ob dieser Polizist etwa kontrollieren wollte, ob unser virtuell aufgegebener Flugplan nicht angekom-men sei. Nichts dergleichen, er wollte unsere Ausweise sehen. Es sei wegen des G-8-Gipfel in Heiligendamm an der Ostsee.


Diese Maßnahme verstanden wir auch sofort, denn Mönchengladbach liegt ja direkt neben Heiligendamm. Man kann es mit der Katana immerhin in 3 Stunden erreichen und es war inzwischen schon acht Uhr abends. (Bala bala!!)


Der Flug nach Gap und das 20 Jahr Fest des CFI, waren ein tolles Erlebnis. Solche Flüge müssen gut vorbereitet werden, dieses gilt für die gesamte Flugplanung als auch für die Einholung des Wetters. Der CFI hatte sich die allergrößte Mühe gegeben und alle Piloten und Gäste waren begeistert. Es war schön, wir haben viele neue Freundschaften geschlossen, u. a. auch mit einem Amerikaner, Floyd E. Snyder, der früher einmal Flugkapitän bei United Airlines war. Walter Simonsen aus Belgien, mit dem ich bisher nur telefonischen Kontakt hatte, stellte sich vor. Zu erwähnen ist auch Krzysztof Narbut aus Polen, der in Demin eine Fabrik für die Produktion der RF-9 aufgebaut hat. Es waren Piloten aus Australien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Finnland, Griechenland, Holland, Italien, Österreich, USA, Schweiz und Spanien gekommen.


Zu danken ist all den CFI-Mitgliedern, die in Gap und auch an anderen Orten an der Organisation mitgewirkt haben. Hier ist insbesondere Jean Michel Daubagna zu erwähnen, der in Gap die gesamte Organisation übernommen hatte.


An allen Abenden war gute Stimmung, die u.a. von Helmut Dielmann, unserem Troubadour aus dem Siegerland, angeheizt wurde. Am ersten und am letzten Abend ließ er sein Banjo erklingen und begeisterte alle, die Spaß an Musik haben.


Frank Jakob, der einmal aus dem Sauerland herausfliegen wollte, hat bereits angekündigt, er sei nunmehr mit dem Virus, größere Strecken mit seiner Musquetaire zu fliegen, infiziert worden. Er kündigt an, in Zukunft an größeren Streckenflügen teilnehmen zu wollen und will demnächst nach Karlsbad und nach Budweiss fliegen, um dort einmal ein richtiges Budweisser zu trinken.


Es war eine gelungene Veranstaltung, an die man sich gerne zurückerinnert. Uns wurde viel geboten, es wurden viele Freundschaften geschlossen bzw. erneuert. Der CFI vereinigt viele Piloten aus vielen Ländern, er erfüllt eine Länder- und kontinent-übergreifende Verbindungsfunktion. Die perfekte Organisation und die entspannte Art und Weise mit der man in Frankreich solche Aufgaben bewältigt, sind bewun-dernswert. Das Essen, vor allem beim Gala-Diner am letzten Abend ist nicht zu toppen. Nochmals ein Dankeschön an Michel Leblanc und Jean Michel Daubagna.



Christian Müssemeyer

 

Gap 2007