Aeroclub 77

Mönchengladbach



Airlebnis Fliegen...

 
 

Flug nach La Baule


Donnerstag, 24.05.2001


Der Club Fournier International (CFI) hatte wieder zu seinem inzwischen schon zur Tradition gewordenen Flug nach La Baule an der französischen Atlantikküste aufgerufen. Aus Mönchengladbach flogen beide Motorsegler des Aeroclub 77, die RF-5 (D-KEMP) mit Hans Wirtz und Christian Müssemeyer und die Grob G-109 (D-KEOI) mit Carla Philipp und Uwe Wirtz mit nach La Baule.  


Am 24.05.2001 (Himmelfahrt) starteten beide Besatzungen um 10.00 Uhr und flogen zunächst Richtung Aachen. Dort ging es über die belgische Grenze nach Spa. Von dort wurden die Ardennen überflogen, wir konnten zahlreiche Schlösser, meistens mitten im Wald liegend, erkennen. Der Flug führte an St. Hubert und Beatrice vorbei Richtung Sedan. Dort überquerten wir die Grenze nach Frankreich. Wir  flogen meistens in einer Höhe von 4000ft, in dieser Höhe hatten wir keine Probleme mit irgendeiner der zahlreichen Beschränkungsgebiete. Diese Höhe war als Sicherheitshöhe über den Ardennen, die teilweise über 2000ft hoch und überwiegend bewaldet sind, notwendig.






In Frankreich flogen wir direkt auf das VOR Montmedy und von dort Richtung St. Dizier. Östlich unserer Flugroute waren die riesigen Wasserflächen des Lac du Chantecoq zu erkennen, die für uns eine willkommene Navigationshilfe waren. Etwa 70 km weiter liegt Brienne le Chateau, das wir nach insgesamt 2 Stunden Flugzeit erreichten. Dort trafen wir die übrigen Teilnehmer dieser Tour, nämlich Patrick und Heike in der D-KOPF (RF-5) Rolf und Rosemarie in der D-KEAA (RF-5) sowie Jochen in der D-KAQI und Peter in der D-KOHE, beides RF-4.             


Nach dem Auftanken flogen wir nunmehr mit 6 Motorsegler weiter in Richtung Atlantik. Die Flugroute führte zunächst nach Troyes an der Seine, von dort ging es weiter über Sens und Montargis über riesige Wälder mit zahlreichen Seen nach Orleans. Patrick sorgte über Funk für die notwendigen Freigaben, so dass wir direkt an der Loire weiter fliegen konnten.


La Baule hat eine recht lange, asphaltierte Start- und Landebahn. Wir wurden von Jean Luc Lecointe empfangen, der für uns ein Mobilhome auf einen in der Nähe befindlichen Campingplatz angemietet hatte. Einige hatten ihre Zelte dabei und campten auf dem Flugplatz. Abends gab es ein von Jean Luc organisiertes Essen mit Hammelwürstchen und gutem französischen Käse und Rotwein in einer der Flugzeughallen. Es war recht idyllisch unter einem Tragflügel zu speisen.


Freitag, 25.05.2001

An diesem Tag war ein Flug nach La Rochelle und nach Bordeaux geplant. Wir starteten gegen 11.30 Uhr. Zunächst flogen wir an der Loire zurück nach St. Nazaire bis zur Brücke, die die Loire-Mündung überspannt, dort flogen wir über das Loiredelta zur Küste. Patrick hatte sich bei der zuständigen Flugsicherung eine Freigabe geholt, so dass wir in 500 ft Höhe entlang der Küste fliegen konnten. Es war schon ein besonderes Erlebnis, in dieser Höhe an der Küste bis nach La Rochelle entlang zu fliegen. Der gesamte Küstenstreifen hat gute Strände und ist ein hervorragendes Gebiet zum Baden. So flogen wir an dem Ort Les Sables vorbei, wo sehr viele neue Hotels gebaut worden sind . Wir landeten nach einem Flug von ca. 1 ¼ Stunden in La Rochelle. Anschließend besichtigten wir den Hafen und die Altstadt von La Rochelle und flogen dann gegen 16.30 Uhr weiter in Richtung Bordeaux. Auch hier ging es wieder entlang der Atlantikküste bis zur Mündung der Gironde. Dort flogen wir am östlichen Ufer entlang, so dass wir die Kontrollzone von Bordeaux umflogen. Nach einer Flugzeit von etwa 1 Stunde landeten wir sicher auf dem Flugplatz Bordeaux Yvrac. Dort wartete schon Patricks Schwester auf uns, die uns anschließend durch Bordeaux führte. Der Spaziergang durch die Altstadt war sehrinteressant, Bordeaux ist eine sehr schöne und offensichtlich auch reiche Stadt mit sehr vielen historischen Bauten. Abends gab es ein Essen mit den Spezialitäten des Landes u.a. dem Wein aus dem Medoc.






Samstag, 26.05.2001


An diesem Tag starteten wir gegen 12.30 Uhr und flogen über das Weinanbaugebiet Medoc entlang der Küste zuerst Richtung Soulac sur Mer. Wir überflogen die vielen berühmten Chateaus der Weingüter. Von Soulac ging es über die Mündung der Gironde Richtung Rochefort. Links lag die Insel Ille d’Oleron, die mit einer riesigen Brücke mit dem Festland verbunden ist. Wir flogen weiter entlang der Küste Richtung La Rochelle. Dort waren im Hafen die riesigen U-Boot Hallen aus dem 2. Weltkrieg zu erkennen. Von La Rochelles ging es weiter nördlich bis nach St. Jean-de-Monts. von hier aus bogen wir links ab Richtung zur Insel Ille d’Yeu.


Obwohl die Flugzeit über Wasser nur 6 Minuten betrug, ist es für einen VFR-Flieger recht ungewohnt, über Wasser zu fliegen und keinen Horizont zu sehen. Hier bot der künstliche Horizont eine große Hilfe, so dass wir nach einer Gesamtflugzeit von 2 ¼ Stunden alle sicher auf der Ille d’Yeu landeten.


Patrick hatte schon dafür gesorgt, dass wir alle Fahrräder mieten konnten. Kurz nach unserer Landung kam ein Fahrradverleiher und brachte 10 Fahrräder zum Flugplatz. Wir mieteten für 50 Francs für einen halben Tag ein Fahrrad und erkundeten damit die Insel. Da diese nicht sehr groß ist, konnten wir einen Teil der Insel mit dem Fahrrad umfahren.


Abends flogen wir wieder zurück zum Festland nach La Baule, wo wir nach einem 40 minütigem Flug wieder landeten. Jean Luc hatte wiederum ein Essen in der Flugzeughalle organisiert. Der Abend endete mit Rotwein und Käse.


Sonntag, 27.05.2001

An diesem Tag war der Rückflug nach Deutschland geplant. Wir wollten zunächst Richtung Paris und dort direkt am Flugplatz Charles-de-Gaulle vorbeifliegen. Dort gibt es einen Korridor, durch den man in 1500 ft fliegen kann. Jedoch spielte das Wetter nicht mit, weil sich von Norden her eine Schlechtwetterzone näherte. So entschieden wir uns, weiter südlich um Paris herum zu fliegen, wir flogen über Anger und Blois Richtung Orleans an der Loire, von dort bis nach Troyes an der Seine.






Dort landeten wir nach einem dreistündigen Flug und tankten die Maschinen auf. Nach weiteren zwei Stunden Flug landeten wir wieder sicher in Mönchengladbach. Insgesamt hatte der Flug von der französischen Atlantikküste bis nach Mönchengladbach etwa 5 Stunden gedauert.

Auf der gesamten Tour sind wir in 4 Tagen etwa 15 Stunden geflogen. Dadurch, dass dieser Flug vom CFI gut vorbereitet war und wir mit Patrick auch einen sach- und sprachkundigen Führer hatten, war es für alle beteiligten Piloten einfach, diese Tour zu fliegen.

Da wir als Gruppe flogen wurde sämtlicher Funkverkehr nur von Patrick ausgeführt. Wir konnten die Schönheiten des Landes voll genießen und haben auf unseren Besichtigungstouren viel Neues kennengelernt, vor allem wie unproblematisch das Fliegen in Frankreich ist.


Christian Müssemeyer

 

La Baule 2001