Aeroclub 77

Mönchengladbach



Airlebnis Fliegen...

 
 

Flug nach Paris

50 jähriges Jubiläum des Erstflugs der RF-1


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Der Club Fournier International (CFI) hatte zu einer Feier für Renè Fournier eingeladen, dessen erstes Flugzeug, die RF-1 vor 50 Jahren den Erstflug gemacht hatte. Vom Aeroclub 77 nahmen Miguel Rubia und Christian Müssemeyer mit der G-109 B D-KEOI sowie Hans Wirtz und Henk Dumont (Henkybärschen) in der Taifun D-KFDI, teil. Hier ihr Bericht:


Das Wetter für den Flug nach Paris war am 18.06.2010 nicht allzu gut. Wir wollten ursprünglich zuerst nach Süden über die Eifel bis zum VOR-Natternheim und von dort Richtung Westen zum Flugplatz Meaux (LFPE), östlich von Paris fliegen.


Um 11.23 Uhr starteten wir und hatten eine Wolkenbasis von 1.500 ft. Hinter Nörvenich sackte die Basis immer tiefer, so dass wir schließlich nur noch 1.000 ft MSL hoch fliegen konnten, wir waren fast in Höhe der Windräder. Deshalb entschlossen wir uns umzukehren und wieder in Mönchengladbach zu landen.


Dort warteten wir ungefähr 3 Stunden und checkten immer wieder über PC-Met das Wetter. Es sah so aus, als wenn ein Flug zuerst Richtung Westen und dann nach Süden besser sein würde. Deshalb planten wir nunmehr zuerst Richtung Westen um die Ardennen herum zu fliegen und dann nach Süden Richtung Meaux. Wir gaben einen entsprechenden Flugplan auf und flogen von Mönchengladbach Richtung Roermond. Als wir über Roermond waren, sah ich, dass die Basis über den Ardennen hoch genug war, um im direkten Weg über die Ardennen zu fliegen.


Wir nahmen Kontakt zum Flugplatz von Maastricht (Beek Tower 119,47) auf und baten um Durchflug der Kontrollzone, was überhaupt kein Problem war. Von dort aus flogen wir östlich an der Kontrollzone von Lüttich (Liege) vorbei direkt zum VOR LLO. Danach mussten wir östlich an der Kontrollzone von Florennes vorbei fliegen. Ich hatte Kontakt zu Brüssel Information (119,60) aufgenommen und bat darum, in der gleichen Höhe und mit dem gleichen Kurs weiter fliegen zu dürfen. Dieses wurde uns prompt erlaubt. Es ist sinnvoll, sich in Belgien solche Freigaben zu holen, weil man ansonsten legal gar nicht durch Belgien fliegen kann. Der Luftraum von Belgien ist so mit Flugbeschränkungsgebieten zugestopft, dass man gar nicht weiß, wie man legal durchfliegen soll.


Direkt hinter der belgisch-französischen Grenze befindet sich ein französisches Atomkraftwerk, welches wir umflogen. Hier muss eine Mindesthöhe von 1.000 ft über Grund eingehalten werden. Wir hatten nunmehr die Ardennen überquert, vor uns war nur noch Flachland. Das Wetter hatte sich gebessert und wir flogen direkt nördlich an Reims vorbei in südwestlicher Richtung nach Meaux. Kurz vor Meaux mussten wir unter 1.500 ft MSL gehen, weil hier der Nahverkehrsbereich (Luftraum Charly) von Paris in 1.500 ft beginnt. Der Flugplatz von Meaux liegt dicht an der Kontrollzone von Paris, so dass man genau navigieren muss, um nicht versehentlich in die Kontrollzone hineinzufliegen.


Kurz vor Meaux nahmen wir Kontakt zu dem Flugplatz auf und erhielten auch prompt eine Landefreigabe auf dem riesengroßen Grasplatz. Wir landeten und trafen dort auf einen Großteil der übrigen CFI-Piloten. Der CFI hatte einen Bus organisiert, der uns zu unserem Hotel im östlichen Teil von Paris brachte. Wir trafen auf viele Bekannte, die wir bei den CFI-Flügen kennengelernt hatten. Für den Abend war ein Abendessen im Restaurant organisiert worden. Dieses war allerdings so voll, dass ein Teil der deutschen CFI-Piloten sich woanders ein Restaurant suchten.


Am nächsten Tag, dem Samstag, fuhren wir mit einem Linienbus zum Flughafen von Le Bourget. Hier ist am Flugplatz ein riesiges Museum für Luftfahrt. Vom Heißluftballon bis zur Concord wird alles ausgestellt. Es gibt eine interessante Abteilung über die Raumfahrt. Originalflugzeuge aus der Zeit vom ersten und zweiten Weltkrieg waren ebenso ausgestellt, wie Flugmotoren aus verschiedenen Zeitepochen. Wir verbrachten den größten Teil des Tages in diesem Museum und machten einen Rundgang durch die Geschichte der Luftfahrt. Dieses Museum ist absolut sehenswert, man könnte hier einige Tage verbringen.




Auf dem Flugplatz von Le Bourget waren einige Flugzeuge der CFI-Piloten ausgestellt, die mit einer Sondergenehmigung nach Le Bourget fliegen durften, denn normalerweise darf der Platz nur IFR angeflogen werden. Am Abend fand in der Concord-Halle, in der zwei Concord-Flugzeuge ausgestellt sind, eine Ehrung zugunsten von Renè Fournier statt, die vom Direktor des Museums vorgenommen wurde, der das Lebenswerk von Renè Fournier darstellte.


Die deutsche Truppe und das Henkybärschen blieben in der Nähe des Flugplatzes Le Bourget und speisten in einem elsässischen Lokal, wo Patrick Faucheron schon am Abend zuvor gespeist hatte. Patrick handelte aus, was es geben sollte und vereinbarte auch für alle einen günstigen Preis. Es wurden sofort einige Flaschen Rotwein auf den Tisch gestellt, das Essen war - wie immer - in Frankreich hervorragend. Nur dem Bärschen schmeckte es nicht, ihm fehlten die Schokosträussel und er wollte Bier anstatt Rotwein.


Wir machten uns keine Gedanken darum, wie wir abends zurück in unser Hotel kommen würden, denn die Linienbusse fuhren nicht mehr. Doch solche Probleme lösen sich wie von selbst, denn der Eigentümer des Restaurants fuhr uns mit seinem Privatwagen zurück.



Michel Leblanc, der Präsident des CFI und René Fournier bei der Feier in der Concordehalle des Museums am Flugplatz Le Bourget



Am nächsten Morgen nach dem Frühstück brachte der vom CFI organisierte Bus uns wieder zurück zum Flugplatz von Meaux. Dort hatten wir allerdings zuerst ein kleines Problem, weil man uns keinen Sprit (AVGAS) geben wollte. Dieses ist in Frankreich auf kleinen Plätzen ein Problem, weil man AVGAS nicht hergeben will. Nach einigen Telefongesprächen konnten wir dann jedoch tanken.


Miguel und ich flogen in der GROB, D-KEOI, Henk Dumont und Hans Wirtz, flogen in Henks Taifun, D-KFDI, zurück nach Mönchengladbach. Wir wählten nunmehr den direkten Kurs, zuerst zum VOR Montmedy (MMD). Von dort flogen wir über die Ardennen nach Spa und von dort direkt nach Mönchengladbach, wo wir nach einem zweistündigen Flug landeten.


Dieser Ausflug nach Paris war wieder eine gelungene Veranstaltung des CFI. Paris liegt näher an Mönchengladbach als Berlin, deshalb sollte man die Gelegenheit beim Schopfe packen und mal einen verlängerten Ausflug nach Paris wagen. Ein solcher Ausflug lohnt sich.



Christian Müssemeyer

 

Paris 2010

Christian Müssemeyer, Henk Dumont (Henkybärschen) und Hans Wirtz vor dem Flugzeug „Himmelslaus“

Die Elektro-CriCri: Das kleinste Flugzeug der Welt mit Elektroantrieb