Aeroclub 77

Mönchengladbach



Airlebnis Fliegen...

 
 

Flug nach Paris Le Bourget mit der RF-5 (D-KEMP) 

Ein Erlebnis ganz besonderer Art hatten am letzten Wochenende im September Hans Wirtz und Christian Müssemeyer vom Aeroclub ''77, Mönchengladbach. Sie flogen zusammen mit 18 anderen Motorseglern einmal um und über Paris zum Flughafen Le Bourget. Diese Exkursion war vom Club Fournier International (CFI) organisiert worden. Hier ihr Bericht:

Wir starteten am Freitag nachmittag mit einem der beiden Motorsegler des Vereins, einer RF-5, um 14.30 Uhr vom Flughafen Mönchengladbach aus in Richtung des Flugplatzes Dahlemer Binz in der Eifel. Von dort ging es weiter zum Funkfeuer Nattenheim in der Pfalz, über Luxemburg und Belgien hinweg nach Reims. Die Flugzeit bis dorthin betrug zwei Stunden, und die Flugsicht war nur durch die Erdkrümmung begrenzt.



Nach dem Tanken in Reims ging es weiter in südwestlicher Richtung an der Seine entlang, an Paris vorbei, über den Wald von Fontainebleau zum Zielflughafen Buno. Ohne vorherigen Funkkontakt wurde auf dem riesigen Segelflugplatz, der einen Vergleich mit Oerlinghausen nicht zu scheuen braucht, gegen 18.30 Uhr als letzte aller 19 Flugzeuge gelandet. Es folgte ein allgemeines Bekanntmachen, u.a. mit dem Präsidenten des Clubs, Herrn Bernard Mengaud, danach hielt ein Fluglotse des Flughafens Le Bourget ein 2 ½-stündiges Briefing den folgenden Tag betreffend.

Wir wurden in drei Gruppen mit je einem Teamleader aufgeteilt, die Gruppen starteten im Abstand von jeweils 15 Minuten. Der Leader allein sorgte für den Funkkontakt; ihm folgten die anderen Flugzeuge seiner Gruppe in einer jeweils nach rechts versetzten Formation. Wir folgten unserem Leader Patrick Faucheron in seiner in den französischen Nationalfarben lackierten RF-5 mit dem Kennzeichen D-KOPF und benutzten die Route, die uns der Fluglotse von Le Bourget am Vorabend ausgearbeitet hatte. Sie führte uns am Westrand von Paris entlang bis zum Nordwesten der Stadt, von dort ging es über den Einflugpunkt W1 in Richtung Osten quer über Paris bis zum Flughafen Le Bourget. Dabei wurde strikt auf eine exakte Navigation und die Einhaltung einer Flughöhe von 1.500 Fuß geachtet. Schon in 2.000 Fuß (600 m) waren die Jumbos über uns im Anflug auf Charles-de-Gaulle.

Wir hatten ausgezeichnete Sichtflugbedingungen; lediglich über Paris war eine durch die Stadt bedingte Inversion festzustellen. Der gesamte Flug von Buno nach Le Bourget dauerte unvergeßliche 57 Minuten. Man macht sich gar keine Vorstellung, welche Ausdehnung Paris hat. Selbst Berlin, das wir auch schon in diesem Jahr überflogen hatten, wird von der französischen Metropole in den Schatten gestellt.

In Le Bourget glücklich gelandet, verrollte sich unsere gesamte Gruppe. Es war schon lustig anzuschauen, wie sechs Motorsegler auf der Rollbahn wenden und wieder zurückrollen mußten. Zwei Helfer in roten Mützen warteten in der Nähe des Luftfahrtmuseums schon darauf, unsere 19 Motorsegler in drei Reihen hintereinander aufzustellen. Vor dem Besuch des riesigen Museums stärkten wir uns noch kurz mit Sandwiches und Getränken.

Das Museum beherbergt mehr oder weniger alle Flugzeuge, die in Frankreich gebaut oder geflogen wurden. Besonders interessant fanden wir die Halle mit den Exponaten der Anfänge der Fliegerei; Konstruktionen der Gebr. Wright, von Blériot und anderen Franzosen. Der Höhepunkt war die Besichtigung der ersten Concorde, die je geflogen ist. Sie wurde 1969 nur zu Testzwecken benutzt und wurde anschließend dem Museum übergeben. Nur wer einmal den Innenraum einer Concorde betreten hat, kann sich vorstellen, wie eng es dort zugeht.



Ursprünglich war geplant, gegen 17 Uhr wieder zu starten, um nach Buno zurückzufliegen. Dieser Plan wurde jedoch spontan geändert, um noch am Flugtag von Meaux-Esbly teilnehmen zu können, der aus Anlaß des 100-jährigen Bestehens des Club Aeronautique veranstaltet wurde. Vor der Landung mußten wir zwar noch 10 Minuten lang eine Kunstflugvorstellung abwarten, aber dann konnten wir nach einem Begrüßungsdrink an dem Volksfest teilnehmen. Der Flug zum abschließenden Abendessen mit hervorragendem Rotwein in Buno dauerte dann noch einmal 35 Minuten.

Nach dem Frühstück am Sonntag morgen starteten wir mit insgesamt 6 Motorseglern in Richtung Epernay in der Champagne zwecks einer Zwischenlandung (wieder ohne Funkkontakt) zum Essen und Trinken. Von dort aus starteten wir - nach Aufgabe des Flugplans - wieder in Richtung Mönchengladbach, wo wir um 17.00 Uhr einen der schönsten Flüge unseres Lebens hinter uns hatten.

Die von dem Club Fournier International (CFI) hervorragend organisierte Reise hat - außer den Fluggebühren für den Motorsegler - pro Person nur FF 290,00 gekostet. Hierin waren zwei Abendessen, zwei Frühstücke, in Le Bourget die Landegebühr sowie Sandwiches und der Eintritt ins Museum enthalten. Der Club hat in den zurückliegenden Jahren schon viele schöne Reisen u.a. nach Italien, Spanien, Portugal, Österreich, Ungarn, Rumänien und Großbritannien organisiert. Wer Interesse an solch schönen Fliegererlebnissen hat, wird - wie wir - Mitglied und zahlt dafür DM 60,00 pro Jahr.

 

Paris Le Bourget 1997