Aeroclub 77

Mönchengladbach



Airlebnis Fliegen...

 
 

Flug nach Prag


Erwin und Eva Müller vom CFI hatten für das Wochenende vom 23. und 24. Juni 2001 kurzfristig zu einem Flug nach Prag eingeladen. Insgesamt nahmen 6 Motorsegler des CFI an diesem Flug teil. Vom Aeroclub 77 waren Ingrid und Christian Müssemeyer mit der RF-5
D-KEMP dabei.


Der Flug nach Prag sollte zuerst über den Flugplatz Roudnice, nördlich von Prag, gehen, hier fand ein Flugtag statt, den wir uns anschauen wollten. Wir mussten bis spätestens 14.00 Uhr in Roudnice sein, da nach 14.00 Uhr wegen der Flugvorführungen nicht mehr gelandet werden durfte.Wir planten den Flug mit und ohne Zwischenlandung. Da die normale Flugzeit ohne Berücksichtigung des Windes etwa 3 ½ Stunden betragen hätte, wollten wir eine Zwischenladung einlegen, um ggf. zu Tanken. Nach der Wettervorhersage sollte jedoch starker Rückenwind sein, so dass der Flug unter Umständen ohne Zwischenlandung erfolgen konnte. So bereiteten wir beides vor.




Als Ort für eine Zwischenlandung wählten wir Auerbach kurz vor dem Erzgebirge. Hier war auf PPR-Anfrage eine Zoll- und Grenzabfertigung möglich. Wir erkundigten uns einen Tag vorher, worauf uns mitgeteilt wurde, dass wir einen Antrag stellen müssten. Dank Fax war dieses kein Problem, wir stellten den Antrag, außerhalb eines Zollflugplatzes zu einem Grenzüberflug in ein Non-Schengen Land zu starten. Wir erhielten etwa zwei Stunden später schriftlich eine Genehmigung in der mitgeteilt wurde, dass wir auch dann starten und über die Grenze fliegen dürften, wenn weder Zoll noch Grenzschutz am Flugplatz waren. Ursprünglich hatten wir vorgesehen, am Samstag um 8.30 Uhr zu starten. Jedoch war das Wetter im Bereich des Erzgebirges noch so schlecht, dass wir warteten. Es herrschte eine Nordwest-Wetterlage mit Staubewölkung am Erzgebirge, diese sollte sich jedoch im Laufe des Tages auflösen. So starteten wir gegen 10.00 Uhr und flogen erst einmal zwischen Köln und Düsseldorf hindurch Richtung Siegerland. Es ging über Kreuztal hinweg rechts an der Sackpfeife vorbei nach Marburg, von dort weiter Richtung Thüringer Wald. Hier traten die ersten Schwierigkeiten auf, wir mussten einen kleinen Umweg fliegen, um über den Thüringer Wald zu kommen. Die Wolken waren vielleicht 200 Meter über dem Thüringer Wald, so dass wir bei Suhl hindurch huschen mussten.


Wir flogen an Plauen vorbei und erreichten Auerbach bereits nach 2 ½ Stunden. Da das Wetter in Flugrichtung schlechter aussah, die Wolken lagen teilweise auf dem Erzgebirge auf, entschlossen wir uns eine Zwischenlandung in Auerbach zu machen um nachzutanken. Dieses stellte sich für uns als großes Glück heraus, da ein Nachtanken mit Mogas ohne Schwierigkeiten möglich war und sich das Wetter in der Zwischenzeit besserte. Nachdem wir wieder gestartet waren, hatten sich die Wolken angehoben. Wir flogen links am Fichtelberg vorbei über das Erzgebirge. Hier konnte man deutlich die vielen, inzwischen wieder aufgeforsteten umweltgeschädigten Wälder sehen. Noch 1992 sah es hier teilweise schlimm aus, entweder waren die Bäume abgestorben oder ganz gerodet und der Boden verödete. Nach dem Erzgebirge ging über Chomutov hinweg wieder ins Flachland, wir flogen im Direktkurs nach Roudnice, welches wir dann nach 40 Minuten erreichten und dank des GPS und der direkt vor dem Platz verlaufenden Autobahn leicht zu finden war.


Hier trafen wir auf die übrigen Mitglieder der Crew, nämlich Patrick Faucheron, der mit Ed, einem Amerikaner, gekommen war, Erwin und Eva Müller, Uwe Eichhorn und Hermann Arend aus Speyer sowie Peter Boelzle mit seiner RF-4. Roudnice ist ein 1.800 Meter langer Platz mit einer Grasbahn. Dieser Platz ist jedoch so fest, dass sogar Düsenjäger hierauf starten und landen. Besonders beeindruckend war die Kunstflugvorführung einer Kunstflugstafel aus Tschechien. Diese führten einen Formationskunstflug vor, in der sämtliche Kunstflugfiguren in einer Formation geflogen wurden.




Gegen 17.00 Uhr startete die CFI-Gruppe zum Weiterflug nach Letnany, einem Grasflugplatz östlich von Prag. Dieser Flug dauerte lediglich 15 Minuten. Hier flog die CFI-Gruppe wieder in altbewährter Formation, Patrick Faucheron flog als erster und führte den Funksprechverkehr durch, die anderen folgten und brauchten nicht zu funken. Wir mussten entlang der Autobahn in die Kontrollzone von Prag fliegen. Dieses war kein Problem, da die tschechischen Controller sehr gut englisch sprachen und außerdem sehr kooperativ waren.


Letnany hat eine riesige Graspiste und liegt direkt neben einem Militärflugplatz. Der Funksprechverkehr wurde mit dem Militärflugplatz durchgeführt, da Letnany selbst nicht besetzt war. Nachdem wir in Letnany gelandet waren, wurden wir vom Besitzer eines kleinen Hotels in der Nähe des Flugplatzes abgeholt. Es gab abends ein sehr schönes Abendessen mit böhmischen Spezialitäten und leckerem Bier für etwa DM 20,00. Anschließend fuhren wir mit drei Taxen in die Innenstadt von Prag. Ich bin 1992 das letzte Mal in Prag gewesen und war erstaunt, wie Prag sich herausgeputzt hat. Wir stiegen am Wenzelsplatz aus und gingen durch die Altstadt zu Fuß bis zur Karlsbrücke. Hier war fast alles renoviert worden, die Geschäfte und Restaurants am Wenzelsplatz hatten westlichen Standard.




Am nächsten Morgen flogen wir von Letnany nach Karlovy Vari, dem ehemaligen Karlsbad. Auch hier waren wir davon überrascht, wie toll Karlsbad restauriert worden ist. Das einzig negative waren die hohen Landegebühren (DM 30,00) in Karlsbad. Allerdings wurden wir durch die Stadt selbst entschädigt. In Karlsbad ist  man sehr auf Deutsche eingestellt, hier kann man alles mit DM bezahlen, man bekommt DM als Wechselgeld heraus. Wir haben hier gut zu Mittag gegessen und sind dann anschließend zurückgeflogen.


Der Start in Karlovy Vari erfolgte gegen 16.00 Uhr. Wir waren nach einem 3-Stunden-Flug quer über Deutschland, an Hof vorbei, entlang dem Thüringer Wald, von da Richtung Marburg, links an der Sackpfeife vorbei Richtung Olpe, von dort zwischen Köln und Düsseldorf hindurch zum Kraftwerk Frimmersdorf wieder in Mönchengladbach. Das Wetter war hervorragend, die Sicht betrug mindestens 40 km bei einer Basis von über 2.000 m.


Sowohl Prag als auch Karlsbad lohnen sich für einen Wochenendausflug.

 

Prag 2001