Aeroclub 77

Mönchengladbach



Airlebnis Fliegen...

 
 

Spanienflug Mai/Juni 2011

 

Am Samstag den 28.05.2011 treffen wir uns am Flugplatz Mönchengladbach EDLN zum großen Rundflug nach Spanien und mit einem Abstecher nach Marokko.




Wir, das sind Uwe Wirtz Miguel Rubia und Hans Wirtz. Unser Flugzeug ist eine Robin DR 400/180 mit der Kennung D-EDHG. Die Maschine ist gewartet und voll betankt. Wir verstauen unser Gepäck mit den Utensilien für einen zweiwöchigen Urlaubs und Erlebnisflug. Uwe hat den Flugplan nach Biarritz in Frankreich aktiviert und einen weiteren nach Madrid in Spanien vorbereitet, den wir später aktivieren können. So sind wir guter Dinge und freuen uns auf einen nicht alltäglichen Ausflug.

 

Der Start in Mönchengladbach EDLN erfolgt um 08:34 Lokalzeit. Nach Verlassen der Kontrollzone Mönchengladbach steigen bei 20 kt Gegenwind und teilweise Erdsicht über die Wolken auf 4.500 Ft. Gegen 08:50 passieren wir den Flugplatz Aachen-Merzbrück und nähern uns jetzt der belgischen Grenze die wir nach Kontakt mit der belgischen Flugsicherung überfliegen. Dem Flugplatz Spa, wo sehr viel Fallschirmsport betrieben wird halten wir viel seitlichen Abstand, um eventuelle Kollision mit den Springern zu vermeiden. Der anschließende Flug über die Ardennen ist immer wieder sehr reizvoll, die sehr schöne Landschaft ist aus dem Flieger gesehen, immer wieder ein Erlebnis.

 

Nach einer Stunde erfolgt der erste Flächentankwechsel, der wie alle späteren Tankwechsel dokumentiert wird. Bald nehmen Kontakt mir der französischen Flugsicherung auf und passieren die Grenze zu Frankreich um 09:40 Lokalzeit. Unser Pilot Uwe macht einen sehr professionellen Flugfunk, so gibt es auch hier keine Probleme. Wir erreichen das VOR-MMD Malmedy gegen 09:55, passieren Chalon gegen 10:12. Die Sicht und das Wetter werden immer besser, wir haben mindestens 30 Km Sicht. Ab Pont Yvonne LFGO steigen wir auf 6.500 Ft und lassen den Atommeiler bei Moulinet in gebührendem Abstand links liegen, wechseln auf Anweisung unseren Transponder Code und genießen das schöne Wetter und die und die schöne französische Landschaft. Chateeeaurqux LFLX erreichen wir um 11:50. Die nächste Station ist Angoileme LFBU. Jetzt sind es noch 60 Minuten bis Biarritz. Wir sind auf Flugfläsche 65 und können schon die Küstenbewölkung des Atlantiks erkennen. Uwe schaltet auf Aqqitaine Info.




Nach ca. 4h beschließen wir doch einen „Biobreak“ und entscheiden uns doch noch vor Biarritz eine Zwischenlandung einzulegen. Wir landen auf dem Flugplatz Libourne LFDI um 12:49 Lokalzeit. Dort sind fast nur Ultraleicht Flugzeuge und manchmal schon abenteuerliche Fluggeräte im Flug zu bewundern. Hier war zwar eine Tankstelle mit Avgas vorhanden, aber leider war keiner da der uns betanken konnte. Frankreich und Mittagspause. Das Problem kennen wir ja schon und starteten um 14:35 nach mit Ziel Biarritz wo wir um 15:40 Lokalzeit landen. Avgas unter 2 Euro, das ist mal angenehm und so nutzen wir unsere gesamte Kapazität aus und füllen die Tanks bis zum Rand voll.


Den nächsten Abschnitt nach Madrid starten wir um 16:56 und er wird mit herrlichen Blick auf den Golf von Biskaya belohnt. Über den Pflichtmeldepunkt Golf von San Sebastian überqueren wir die Grenze nach Spanien. Der Einflug in das Baskenland ist überwältigend. Flugfunk erfolgt jetzt mit San Sebastian Approach. Das Baskenland ist sehr schön, mit vielen schroffen und hohen Bergspitzen tiefen Tälern und sichtbar guten Verkehrswegen. Die Städte und Dörfer hinterlassen bei uns einen ungewöhnlich tiefen Eindruck. Wir steigen auf Flugfläsche 75. Kurz vor VOR SIE welches wir um 17:46 erreichen, können wir aus unserer Höhe in ca. 30 Km Entfernung Madrid erkennen. Wir entscheiden uns nicht direkt anzufliegen. Wir biegen nach Westen ab um einen langen Gebirgszug, der wie ein Ring um Madrid liegt, zu umfliegen. Dieses Gebirge ist so hoch, das wir auf 8000 Ft steigen müssen. Teilweise liegt hier noch Schnee auf den Gipfeln. Miguel sagt uns, das hier das Ski Gebiet der Madrilenen liegt. Eine Autobahn führt durch das Massiv und wir nutzen den Pass um in die Ebene von Madrid einzutauchen. Wir sinken jetzt auf 5.200 Ft ab und melden uns, bekommen ein QNH von 1016 fliegen die vorgeschriebenen Pflichtmeldepunkte an und landen in Madrid LECU um 17:05 Lokalzeit. Der gesamte Flug bisher ist ohne Probleme verlaufen und wir beenden den ersten Flugtag nach ca. 1100 nm.


Wir bleiben 3 Tage in Madrid. Hier lebt eine Schwester von Miguel, die hier direkt im Zentrum nebeneinander liegende Wohnungen hat. Wir können eine davon für uns belegen. Miguels Schwager zeigt uns die Stadt und viele Sehenswürdigkeiten die selten von Touristen besucht werden. Madrid ist eine außergewöhnliche Großstadt, mit der modernsten Verkehrsstruktur die man sich überhaupt vorstellen kann. Wir waren die 3 Tage zu Fuß unterwegs und sehr beeindruckt über das Flair dieser Stadt mit all ihren Prachtbauten.

 

Am 01.06. starten wir dann mit dem obligatorischen Flugplan von Madrid zur Atlantikküste. Unser Ziel ist der Flughafen Jerez. Der Ausflug aus der Kontrollzone Madrid gestaltet sich etwas aufwendiger weil wir über Whisky ausfliegen mußten, obwohl wir ja nach Süden fliegen wollten. Aber Uwe meisterte das und dann schwenkten wir auf 210 Grad. Wir stiegen auf 4000 Ft. um ein Sperrgebiet zu überfliegen. Nach dem Überfliegen dieses Gebietes stiegen wir auf Flugfläche 75 um die vor uns liegende Hochebene passieren zu können. Diese war fast menschenleer und schien uns endlos zu sein. Nach einer Stunde,es war als wäre man über der Sierra Nevada sehen wir etwas flachere Landschaft mir schmal durchzogenen Wegen in den Bergen und Tälern. Dann erste Bebauung, einige Stauseen lockerten das Ganze etwas auf. Einige größere Dörfer mit guten Zufahrtsstraßen veränderten dann die Landschaft. Erste kleinere Industrie tauchte auf. Kurz von Jerez schütteln uns noch mächtige Schönwetterwolken durch, wir sinken dann auch auf 5000 ft. Wir überflogen das Gebirge und schalteten jetzt auf Sevilla Approach. Jetzt veränderte sich die Landschaft total. grüne Felder, kleine Seen, ein Fluss schlängelte sich in Richtung Sevilla. Wir sahen die Autobahn und den Flugplatz und die Stadt Sevilla in kurzem Abstand. Plötzlich auftretende starke Bewölkung zwingt uns zum weiteren Sinkflug. Wir nähern uns jetzt dem Flugplatz Jerez und werden auf Pflichtmeldepunkt Echo verwiesen, wo wir in eine Warteschleife wegen starkem Luftverkehrs über Jerez (3 VFR Flieger in der Platzrunde !) geschickt werden, dann nach Freigabe zum Einflug mit anschließender Landung um 14:08 Lokalzeit. Jerez ist ein Großflughafen, der hochmodern ausgebaut wurde. Der separate Platz für die General Aviation ist etwas seitlich angelegt und beinahe so groß wie EDLN. Wir werden von einer freundlichen Dame mit dem Auto zum Terminal gebracht um die üblichen Formalitäten zu erledigen. Danach mieten wir uns ein Auto und fahren an die Küste zu einer kleinen Stadt namens Sanlúcar de Barrameda. Die Stadt ist berühmt durch ihren Sherry ähnlichen Wein. Wir finden ein Hotel mit mittelalterlichem Ambiente, herrliche Innenhöfe mit Palmen und Blumengewächsen. Die Zimmer sind einfach aber sehr sauber mit moderner Sanitär Installation. Abends gehen wir aus und erleben ein riesiges spanisches Volksfest. Überall wird Flamenco gespielt und getanzt. Die Damen tragen fast ausnahmslos Flamenco Trachten, die Kinder sehen in diesen Trachten besonders schön aus. Wir bleiben bis spät in die Nacht und sehen diesem Treiben mit den schönen Vorführungen begeistert zu. Am nächsten Morgen besuchen wir noch eine berühmte Bodega, kaufen ein Fläschchen und fahren zurück zum Flugplatz.

 


Heute ist geplant, nach Marokko zu fliegen. Den notwendigen Flugplan hatten wir am Vortag schon versendet, dies ist eine Voraussetzung für den Einflug nach Marokko (Flugplan muss 24h vorher vorliegen), und um 12:50 Lokalzeit starten wir nach nach Tanger. Bei geschlossene Bewölkung mit einer Untergrenze in Höhe von ca. 3500 ft. genehmigt uns Sevilla- Control eine Flughöhe von 3000 ft. und so erreichen wir dicht unter den Wolken fliegend die Atlantikküste um 13:15. Vor uns jetzt nur noch Wasser.


Kurz darauf sehen wir im Dunst die afrikanische Küste, Wir verabschieden uns von Sevilla Control und nehmen Kontakt mit Tanger approach auf. In 2.700 Ft fliegen die Pflichtmeldepunkte an und bekommen die Freigabe zur Landung, die um 13:31 Lokalzeit gegen starken Wind mit bis zu ca. 30 Kt abgeschlossen wird. Jetzt sind wir in Afrika. Der Controller ist sehr freundlich und weist uns einen Abstellplatz an. Dort werden wir von einer Gruppe Polizisten empfangen, die sehr freundlich sind, uns aber sonst nicht stören. Der anschließende Sicherheitsdienst ist genau wie in Europa freundlich und gewissenhaft und wir haben keinerlei Probleme. Uwe macht den Flugplan für den Rückflug den wir dann später aktivieren können. Nach Geldwechsel, suchen wir ein Taxi um in die Stadt zu fahren. Es stehen viele Taxen am Stand, die Fahrer streiten etwas, wer denn fahren soll und so einigen Sie sich auf einen alten Fahrer mit einem auch alten Mercedes der innen orientalisch ausgestattet ist. Die dann folgende Fahrt war etwas gewöhnungsbedürftig. Linke Fahrbahn, rechte Fahrbahn , hin und her laufend wechselnd ohne anzuzeigen sauste er durch das Gewühl der zum Teil uralten Lieferwagen, Lkw Bussen mit abenteuerlichen Dachlasten Aber wir kamen gut in unserem Hotel in Hafen nähe an. Die Zimmer waren recht groß, wohl er was für afrikanische Großfamilien, die Sanitäranlagen waren akzeptabel.


Am nächsten Tag haben wir dann die Stadt zu Fuß kennen gelernt. Das ist eine andere Welt, viele Frauen sind voll oder teilweise verschleiert, Die Männer sind zum großen Teil ersichtlich arbeitslos, es gibt viele Bettler. Die Straßen sind zu großen Teil bis auf die Hauptstraßen sehr schlecht und unsauber. Es gibt sicher viel Armut. Wir besuchen die Medina und sehen viele kleine Handwerker, die in kleinen engen Räumen geschickt Handwerkern und Ihre Artikel vor dem Haus in den engen Gassen verkaufen. Viele enge Straßen sind zu Gemüse und Obstmärkte umfunktioniert. In den Markthallen sind viele Fisch-Fleisch-Gemüse und Obsthändler, alles sehr orientalisch. Die Altstadt ist in der Höhe noch als Festung erkennbar. Zum Teil haben die Menschen einfach in die Befestigungsanlagen Wohnungen gebaut. Der Hafen ist relativ klein aber modern gestaltet. Es werden auch an der Küste viele moderne Hochhäuser gebaut. Der Wohnungsbau boomt. Wir sehen sehr viele Neubauten mit erkennbar kleinen Wohnungen und kleinen Fenstern. Aber das alles ist Orient und für uns gewöhnungsbedürftig.

 


Am nächsten Morgen bestellen wir ein Taxi zum Flughafen für den Rückflug. Wir hatten uns entschieden die EU wieder in Jerez zu betreten. Zwar haben uns die spanischen Behörden gesagt, wir könnten einen anderen Flugplatz anfliegen und dann die Guardia Civil zwecks Zollkontrolle anrufen, aber den Stress erspaen wir uns. Wir starten um 12:30 Lokalzeit und aktivieren unseren Flugplan nach Jerez. Der endlos lange Rollweg zur Schwelle ist wegen des sehr starken Seitenwind nicht ganz einfach. Aber dafür haben wir Kurzstart da der Wind mit mindestens 30 Kt auf der Bahn steht. Um 13:08 Lokalzeit endet unserer kurzer Flug. Wir erledigen die Formalitäten und starten dann um 14:40 zum Flug an die Mittelmeerküste. Von Sevilla Approach gibts mal wieder ohne Problme die geünschte Freigabe und stiegen auf bei besten Flugwetter auf 4.500 Ft. Bald erscheint vor uns die erste Gebirgskette welche uns auf Flugfläche 55 steigen lässt. Nach rechts schauend können wir Gibraltar sehen. An der Küste angekommen wird die Bewölkung sehr stark und wir müssen zwischen Wolkentürmen und Löchern den Sinkflug einleiten. Als wir die Wolken verlassen bekommen wir als Dank einen herrlichen unvergesslichen Blick auf die Küstenlandschaft mit dem tiefblauen Mittelmeer. Das ist nicht mehr zu überbieten. Ich werde diesen Augenblick wohl nie vergessen. Wir sinken auf 2000 Ft und folgen der Küstenlinie bis an die nächste Kontrollzone. Malaga Approach gibt uns eine Freigabe für den Einflug in dei Kontrollzone in1.500 Ft oder niedriger. Wir folgen dem vorgeschlagenen Routing über die VFR Meldepunkte und überfliegen den Flugplatz Malaga in 1000 ft. Das Szenario für den Überflug fanden wir schon etwas merkwürdig. Nach dem Wechsel auf Malaga Tower gab uns der Controller die gesamten Landeinformationen. Uwe frage noch mal kurz nach und bestätigte der Wunsch des Überflugs. Der Controller bestätige den Überflug, lies uns aber einen VFR Anflug auf den Platz durchführen. Dann wurde schnell klar was er wollte. Seine Abfertigung der Airliner führte er einfach weiter durch, als dann etwas Platz war gab er uns die Freigabe zum Überflug. Gesagt getan wir fliegen über den großen Platz, lassen 2 oder 3 TUI Airliner unter uns durch und fliegen weiter nach LEAX wo wir dann um 15:51 Lokalzeit ohne Funkkontakt aber mittels Blindmeldungen landen. Dieser Flug durch die recht großen Kontrollzone war wirklich einfach, lediglich die niedrige vorgeschriebene Flughöhe und die hohen Berge machten den Funk etwas komplizierter. Zeitweise mussten wir einen britischen Passagierjet als Relais Station nutzen, der für uns die Positionsmeldungen übertrug und die Freigaben weiter gab.


Wir mieten einen Leihwagen und fahren nach Malaga Stadt, wo eine zweite Schwester von Miguel mit Ihrer Familie in einem hochmodernen Wohngebiet eine sehr große moderne Wohnung hat. Die Familie aus Madrid war mit der Mutter ebenfalls aus Madrid angereist und so wurden wir mit großem hallo empfangen.


Die Familie hat auch indem Luxusort Marbella in einem separaten Teil eine sehr große Komfortwohnung. Es war für Sie selbstverständlich, das wir währen unseres Aufenthalts diese Wohnung nutzen sollten. Wir nahmen das Angebot gerne an. Von hier aus haben wir dann die wunderschöne Stadt Malaga erkundigt. Abends haben wir dann mit der Familie am Strand in einem reservierten Restaurant spanische Spezialitäten genossen. Den Luxusort Marbella wollten wir natürlich in aller Größe kennen lernen. Die mindestens 300 Luxusjachten im Hafen überboten sich nur so in Größe und Luxus. Aber wir konnten ja zu mindestens auch behaupten mit dem eigenen Flugzeug angereist zu sein. Am 06.06. fuhren wir wieder zu unserem Flugplatz LEAX zurück, wo wir Alexander und Wolfgang trafen, die mit Ihre Robin Regent vom Verein für Luftfahrt MGL, Kennung D-EGLR nach gereist waren. Von nun an machten wir alle folgenden Flüge mit 2 gleichwertigen Flugzeugen. Wir starteten dann in Formation um 14:26 Lokalzeit zum Flug nach Granada. Bedingt durch die hohen Berge mussten über dem Meer Höhe tanken um überhaupt Funkverbindung mit Malaga Approach zu bekommen und überflogen das Randgebirge in die Hochebene von Granada dicht unter den Wolken. Die Landung auf dem Flugplatz erfolgte um 14:50 Lokalzeit.


Der Taxifahrer der uns in die Stadt bringen sollte, erwies sich als verhinderter Rennfahrer. aber er brachte uns trotz starkem Verkehr unbeschadet in unser Hotel. Dieses lag in der Altstadt direkt unterhalb der Alhambra. Wir erkundeten wie überall die Stadt zu Fuss denn nur so kann man die Sehenswürdigkeiten auch voll genießen. Nach so viel Anstrengung fordert natürlich auch der Magen und die Kehle ihr Bedürfnis und so lässt man den Abend jeweils gemütlich bei Speise und Trank ausklingen. Der Abflug von Granada erwies sich dann etwas schwierig. Flugplanaufgabe und Zahlung der Landegebühren wurde zum Problem, weil der Computer einen landesweiten Update durchführte und somit nicht verfügbar war. Nach vielem Hin und Her konnten wir dann nach über 2 Stunden Wartezeit weiter fliegen. Die geplante Flugstrecke über Murcia nach Mallorca erwies sich als nicht durchführbar. Über Mallorca war zu dieser Zeit schlechtes Wetter und so beschlossen wir dann erst Murcia an zufliegen und dann zu entscheiden, wie wir weitermachen sollten. Unser Etappenziel war der Airpark Murcia, welcher ja in Fliegerkreisen als der erste Airport mit angeschlossenen Wohnhäusern und eigenen Hangar sein sollt. So starteten wir in Formation in Granada um 13:00 Lokalzeit. Der Flug erfolgte zuerst in 3000 ft zwischen den Bergspitzen und anschließend stiegen wir auf Flugfläche 65 und erreichten die Küstenline um 13:15. Wir sinken dann nach Freigabe von Malaga Approach auf 2000 Ft und folgen weiter der Küste wo der Rückenwind uns auf 162 Kt beschleunigt. Nun sinken wir auf 1000 Ft und genießen die herrliche Küstenlandschaft.




Jetzt erfolgt eine kleine Sensation. Wir erreichen das Dorf an der Küste, in dem Miguel geboren wurde und auch eine Zeit gelebt hat. Nun geben wir uns und ihm die Gelegenheit, seine Heimat von oben zu sehen. Miguel erzählt uns das sein Vater immer einmal alles aus der Luft sehen wollte. Der Sohn führt das jetzt aus. Anschließend steigen wir wiederauf 4000 Ft und fliegen in die Berge nach Murcia. Hier empfängt uns eine Landschaft die wohl in Europa einmalig ist. Wir sehen zahllose wild zerklüftete Berge und Täler eng aneinander gebunden. Hier ist keine Landemöglichkeit weit und breit zu sehen. So ein Gelände relativiert immer die Angst einiger Flieger für Strecken über Wasser. Hier landet keiner, nicht einmal für ein UL oder Drachenflieger ohne Bruch. Rechts erkennen wir in einer größeren Entfernung den Flughafen Alicante. Da das Gelände immer weiter ansteigt entschlißen wir uns auf 4.500 Ft Zu steigen und nähern uns Murcia Stadt. Kurz darauf sinken wir wieder 3500Ft folgen einer Autobahn eine Weile und rufen den Airpark Murcia, Alhama genannt. Trotz mehrmaliger Versuche bekommen wir keine Antwort. Der Flughafen Alhama ist nicht im GPS, also ist terristische Navigationn angesagt. Wir finden schließlich eine befestigte Landebahn, aber ohne jegliche Gebäude. Weit und breit nur einige Landwirtschaftliche Betriebe. Nach der Landung wir schnell festgestellt, das hier wohl keine Infrastukture vorhanden ist und wir entscheiden uns zu Weiterflug. Dank moderner Kommunikatinsmedien (Miguel's Surf Stick sei dank) geben wir einen neuen Flugplan auf und machen uns bereit für den Start. Kurz vor dem Eindrehen auf die Bahn erkennen wir einen winkenden Menschen in dem einzig bewohnten Ferienhaus. Das veranlasst uns die Motoren abzustellen und zu dem freundlichen Herrn zu gehen. Es stellt sich heraus das hier etwas abseits ein Schweizer Ehepaar wohnt welches seine DA 40 im eigenen Hangar geparkt hat. Sie waren wohl die Ersten, die sich ansiedelt hatten und wohnen Sie hier seit einigen Jahren alleine dort. Sie erzählten uns, das zwei Tage zuvor ein Schwarm Motorsegler dort gewesen sein und uns wurde schnell klar das dies der Club Fournier International gewesen ist Auf ihrem Rückflug aus Marokko sind sie wohl auch dort gelandet und hatten sich ins Gästebuch der Eheleute eingetragen.

 

Wir wollten natürlich nicht zurückstehen und schrieben uns samt unseres Club Aufklebers mit allen Unterschriften ebenfalls ein. Nun mussten wir wieder los uns starten dann um 16:43 und stiegen auf 3.700 Ft. Rechts sehe ich im Dunst an der Küste "La Manga" mit der Landzunge die einen großen Binnensee vom Meer abkoppelt. Wir erreichen Valencia, den grünen Garten Spaniens der wegen seiner besonders guten Orangen sehr bekannt ist. Wir überfliegen immer wieder große Ebenen mit besonderer Vegetation die auch immer wieder von umliegenden Höhenzügen, mit zum Teil scharfen Felsgraten umgeben sind. Wir müssen einem großen Schauer ausweichen bevor wir wieder auf 1000 Ft sinkend die Küste erreichen.Valencia Approach genehmigt uns eine Flughöhe von 700 Ft und so fliegen wir mit 140Kt. an Stadt und Hafen Valencia vorbei. Alles ist zum Greifen nah. Jetzt sind es noch 4 Minuten bis zur Landung in Castellon de la Plana LEGE einem kleinen Flugplatz mit einer kurzen Landebahn der zwischen Gärten liegt.


Wir nehmen ein kleines Hotel direkt am Strand und gehen abends zu Fuss bis in die Randzone von Valencia wo wir dann ein sehr gutes Abendessen serviert bekommen. Am nächsten Morgen starten wir nach dem Frühstück und fliegen jetzt über Wasser, umfliegen eine vorgelagerte Inselgruppe mit eingelagerten Salz Seen und gewöhnen uns an das Fliegen über Wasser da wir ohnehin die weit ins Meer ragenden Sperrgebiete um Tarragona und Barcelona weiträumig umfliegen müssen. Das bedeutet mindestens eine gute eine Stunde ohne Landsicht über Wasser. Wir sehen eine einsame Bohrinsel, die wir im Tiefflug wackelnd umfliegen steigen dann wieder auf 1000 Ft und gegen 11:45 bekommen wir langsam wieder Sichtkontakt zur Küste .mit dem Ziel Flughafen Gerona LEGE. Wir erreichen die Küste um 12:20 und melden uns bei Gerona Tower und landen nach einer kurzen Fotosession über Alexanders Haus in Sant Feliu de Guixois um12:34 Lokalzeit.



Gerona ist ein Großflughafen der fest in der Hand von Ryan Air ist. Trotz Riesenverkehr ist die Freigabe zur Landung sehr zügig. Dafür ist die Landegebühr mit 108 ,00 Euro schon sehr hoch. Wir mieten einen Leihwagen und fahren ca. 25 Km weit an die Küste. Dort hat Alexander mit seiner Frau ein richtiges Traumhaus, welches wir ja eben noch aus der Luft bewundern konnten, in den Hang mit Meerblick -Swimming Pool – und großzügigen Wohnräumen gebaut. Eine große Küche veranlasst uns dazu, bei unserer Reise auch einmal Selbstversorger zu sein. Da unser Miguel nicht nur Spanier ist sondern auch noch ein guter Koch, leisten wir uns mit unserer Hilfe leckere lokale Spezialitäten. Das dazugehörige Einkaufen macht auch noch Spaß. Mit dem Auto werden noch einige Städte besucht, die wir in alter Manier zu Fuss absolvieren. Es fällt uns auf, das hier wenig spanisch aber viel katalonisch gesprochen wird. Auch die Beschilderungen sind zweisprachig. Am Samstag den 18.06. treten wir dann die Heimreise an. Die üblichen Formalitäten auf dem Flughafen gehen zügig vonstatten und so starten wir um 11:45 Lokalzeit zum Heimflug. Die erste Station soll Nancy sein. Wir fliegen direkt über Wasser auf das Bassin de Thau bei Sete an der französischen Küste zu. Vorher haben wir bei Perpignon Approach die Genehmigung zum Einflug nach Frankreich erfragt. Links sieht man die Pyrinäen. Wir steigen auf 5.500 Ft und überfliegen die Carmarqe mit ihren großen Wassern, sehen im Dunst die Cote Azur und Marseille. Bei gutem Wetter und toller Flugsicht geht es weiter nach Montpellier, Nimes, eine Stadt mit riesiger Ausdehnung und noch größeren Umsiedlungen rundum. Links vor uns sehen wir einen Schwarm Segelflugzeuge in der Thermik kreisend, zählen 6 Maschinen im Bart, sind aber auf der Hut, ob weitere Segler herumschwirren. Nun steigen wir über die Wolken auf Flugfläche 75 weil unten durch starke Thermik der Flug sehr unruhig wurde. Nach einiger Zeit werden die Wolken immer dichter und nun fliegen wir über geschlossener Wolkendecke, steigen auf Flugfläche 85 und holen uns eine CVFR Freigabe von Lyon Approach. Die Außentemperatur hat jetzt nur noch 5 Grad. Bei St. Etienne öffnet sich die Decke kurz, so das wir etwas Bodensicht haben.


Als wir Lyon erreichen öffnet sich der Himmel und wir können die Stadt in Ihrer ganzen Schönheit und den Verlauf der Rhone erkennen. Einzelne Wolken die noch höher sind überspringen wir spielend mit Motorkraft. In zwischen ist der Benzin Vorrat der LR knapp geworden und wir entscheiden uns in Macon zum tanken zu landen. Uwe holt die Freigabe zum sinken und verlassen des CVFR Bereichs ein und mit einer Spirale sinken wir durch die Wolkenschichten und landen in Macon LFLM um 14:29. Da es hier weder etwas zu essen oder trinken gibt, starten wir nach dem Tanken wieder um 15:40 zum Flug nach Nancy. Es herrscht Super Wetter mit tollen Sichten auf die schöne hügelige Landschaft mit viel Wald grünen Flächen und netten Dörfern. Weitab rechts kann man sogar die Vogesen im Dunst erkennen. Wir überfliegen mittig den Flugplatz Epinal LFSN und haben jetzt noch 8 Minuten bis Nancy. Die Landung in Nancy LFFN erfolgt um 16:38. Nun ist die Besichtigung einer französischen Robin mit Probeflug geplant. Während Miguel mit dem Eigentümer einen Testflug macht, tanken wir nochmal nach, zahlen die Landegebühr und ärgern uns mir der PC Anwendung rum um den Flugplan zu erstellen. Scheinbar als unmögliche Mission brechen wir das ab und Uwe erledigt das am Telefon.


Wir starten wieder um 18:15 und überfliegen die deutsche Grenze bei Saarlouis, schalten vorher Langen Info und fliegen an den Saarschleifen und der Mündung in die Mosel vorbei. Passieren Bitburg und die Eifel. Bevor wir in Mönchengladbach landen, werden unsere Flugzeuge noch in einigen Schauern gewaschen und so erfolgt die Landung in Mönchengladbach, nach einem ereignisreichen Fliegerurlaub um 19:35 Lokalzeit.

 


Es hat sich gezeigt, das die Robin Regent das ideale Reiseflugzeug ist. Gute Reiseleistungen, große Steigwerte, zuverlässiger Motor, genügend Gepäckraum und Zuladung und angenehme Sitze.



Hans Wirtz

 

 

 

Spanien 2011