Eigentlich werden die Tage ja im Allgemeinen zum Jahresende kürzer, welches längere Flüge an die Grenzen treibt. Trotzdem wollten wir (Jürgen Müller- und ich - Volker Niesen) gemeinsam unseren ersten Überlandflug an die Nordsee wagen - waren ja noch nie so weit weg, da wir beide erst seit kurzer Zeit die PPL Lizenz besitzen.

Wir hatten uns zwei Wochenenden geblockt, um flexibel auf schlechtes Wetter reagieren zu können. Am Ende fiel die Wahl auf Samstag, den 17. Oktober 2020. Wichtig waren die gemeinsame Flugplanung, Wetterbriefing und Aufgabenaufteilung. Diese wurden am Vortag bei Kaffee und Kuchen in Jürgens Bude geplant. Die Maschine habe ich dann noch am Vorabend vollgetankt.

Das Programm war straff da wir vor 18:30 Uhr Lokalzeit wieder in Mönchengladbach sein mussten – wegen fehlender Nachtflugberechtigung. Am Samstagmorgen starteten wir bei bewölktem Himmel und lauen Lüftchen Richtung Norden, entlang der A31. Jürgen flog den ersten Abschnitt von Mönchengladbach nach Norderney (EDWY). Die Bewölkung lockerte immer mehr auf und kurz vor der Küste kam auch die Sonne zum Vorschein. Nach 1:48 Stunden landeten wir dann auf Norderney.

Hier haben uns Bekannte von Jürgen, die sich zu dem Zeitpunkt dort im Urlaub befanden, mit dem Wagen ins Städtchen gefahren. Nach einem leckeren Fischbrötchen bei Gosch und einem Kaffee starteten wir zu einem Fotoflug an den ostfriesischen Inseln vorbei, hoch bis Wangerooge und dann nach Langeoog. Jürgen (passionierter Fotograf) machte sehr schöne Aufnahmen aus 2100 ft. Ich musste nur die Maschine ruhig halten und den Luftraum beobachten. Das Verkehrsaufkommen zwischen den Inseln und dem Festland scheint privatfliegermäßig ein echter Hotspot zu sein - also Augen auf.

Pünktlich zur Flugplatzöffnung (Langeoog hat Mittagsruhe) landeten wir kurz nach 15:00 Uhr auf der Landebahn 05 und gönnten uns noch einen Kaffee.

Der enge Zeitplan zwang uns dann leider Langeoog zeitig zu verlassen. Nun flog uns Jürgen nach Leer-Papenburg (EDWF) zwecks Aufnahme von Treibstoff für den Rückflug. Laut Peilstab im Tank unserer Katana DA-20 hätte es noch glatt bis Mönchengladbach gereicht, aber sicher ist sicher. Der Flugplatz Leer-Papenburg verzichtet auf die Erhebung der Landegebühr, wenn man dort tankt. Die Tankstellenelektronik bockte blöderweise am Anfang und wir sahen schon unseren Zeit-Sicherheitspuffer schwinden, aber letztendlich lief alles wieder und wir konnten die letzte Etappe nach Mönchengladbach starten. Den Flug übernahm ich dann mit angenehmen 95kt Ground Speed.

Um 18:15 Uhr Lokalzeit landeten wir dann wohl behalten und glücklich in Mönchengladbach. Mit drei neuen Plätzen auf unserem „Wanderstab“ ...